PS Vita: Arschbombe oder Bauchklatscher?

21 02 2012

Während das Europa und US Release der PS Vita immer näher rückt (22. Februar 2012) häufen sich schon seit dem Japan-Start Meldungen über Hard- und Software-Fehler. Dazu gesellen sich die üblichen Marketingstrategien von Sony, die man als mündiger Kunde nicht nachvollziehen kann.

Holpriger Start in Japan

Wie das mit jedem neuen Gerät auf dem Markt so ist gibt es auch ein paar erste Kinderkrankheiten. Die auffälligste und gravierendste bisher war, dass der Touchscreen äußerst störende Schlieren bilden kann und auch nicht mehr funktioniert. Eine andere, dass Spiele sporadisch abstürzen.

Sony hat sich für diese Vorfälle bereits entschuldigt und gelobt Besserung. Besser wär’s, denn zum Launch im Rest der Welt machen sich solche Fehlerchen nicht gut. Ein erstes Software Update gibt es schon, es ist allerdings nicht dokumentiert, was es tut oder ob es die eben beschriebenen Probleme lösen soll. Meine Vermutung ist ja eher, dass es sich dabei um den üblichen Anti-Homebrew-Patch handelt, denn es gibt schon erste Berichte über erfolgreiche Homebrew auf der Vita. Diese wird allerdings über den PSP Emulator ausgeführt, nicht auf der Vita Hardware selbst, aber immerhin.

Auch die Verkaufszahlen der Vita bleiben bisher hinter den Erwartungen zurück und liegen sogar noch hinter denen der PSP. Während der 3DS mit namenhaften Titeln sein anfängliches Tief überwinden konnte läuft Sony mit der Vita Gefahr denselben Fehler zu machen und ohne Killertitel in das Rennen zu starten.

Unnötig kastriert

Als wäre ein schwaches Launch Lineup nicht genug enttäuscht Sony auch weiterhin mögliche interessierte Käufer damit, Features zu streichen, die der Konsole womöglich mehr Anklang gegeben hätten.

Zum einen wäre da das gestrichene UMD Passport Programm in den USA (für Europa hüllt sich Sony noch in einen Mantel des Schweigens), welches es bisher nur japanischen Vita-Besitzern erlaubt, ihre PSP-Spiele mit ihrem PlayStation Account zu verknüpfen und zu einem verbilligten Preis erneut aus dem Store herunterzuladen. So was hätte man sich zur Zeit der PSP Go gewünscht. Aber schon allein die Tatsache, dass man für seine gekauften UMDs nochmal zur Kasse gebeten wird ist nicht gerade sympathiefördernd, zumal dieser “Geistesblitz” seitens Sony eine Konsolengeneration zu spät kommt und dann auch noch relativ kundenunfreundlich ist. Somit wird die PSP-Abwärtskompatibilität fast nutzlos, aber Hauptsache durch fadenscheinige Kaufargumente Kunden locken.

Der nächste Hammer ist die fehlende PS2-Unterstützung. Da kamen mit dem letzten PS3- und Store-Update PS2-Spiele in den PlayStation Store zum Download (Okay, waren zwar Titel die kein Schwein interessieren, aber hey, immerhin lässt es hoffen, dass namenhafte Titel nachrücken) und dann enttäuscht Sony mit einer weiteren Meldung, dass die Vita keine PS2-Downloadtitel unterstützen wird. Zwar werden immerhin PS1-Titel unterstützt, aber dafür muss man sich keine Vita kaufen, wenn man schon eine PSP hat. Nicht nachvollziehbar, Sony. Vor allem, weil im Vorfeld schon Demos gezeigt wurden, die MGS4 praktisch unverändert auf der Vita ausgeführt haben. Die Rechenpower wäre vorhanden, aber warum Sony die PS2 im Nachhinein so knechtet, obwohl sie den Siegeszug der PS1 so glorreich fortgeführt hat und mit dem Ideenklau von Nintendo schon seit dem Download von PS1-Titeln nicht einfach fortführt, ist mir ein Rätsel. Aber Sony beschränkt sich ja nicht nur auf Nintendo.

Auf einen TV-Ausgang muss bei der PS Vita ebenfalls verzichtet werden. Ebenso fehlt anscheinend interner Speicher, sodass, ähnlich wie beim Vorgänger PSP, eine proprietäre Micro-Speicherkarte in der Größenordnung 2-32 GB gekauft werden muss. Diese sind verhältnismäßig teuer, laut dem Review von Engadget können die 32 GB Memory Cards bis zu $100 kosten (eine vergleichbare MicroSD kostet gerade mal $30). Ebenso proprietär ist der Daten-Port, bei dem es sich um keinen handelsüblichen MiniUSB Anschluss wie bei der PSP handelt. Wäre aber auch nicht das erste Mal, dass man sich bei Sony dumm und dämlich zahlt. Da soll mir nochmal einer erzählen 60 EUR für ein Jahresabo Xbox Live Gold (5 EUR pro Monat ist schon echt viel Geld!!!) wären unverschämt.

Ringen um Käufer

Wie schon erwähnt bleibt ein konstanter Kassenschlager aus. Dem versucht Sony mit verschiedenen Bundles entgegenzuwirken, z. B. mit Store Gutscheinen, gratis Memory-Stick und anderen Dreingaben ohne den Grundpreis in die Höhe zu treiben, der mit 250-300 EUR happig genug ist. Nintendo hatte mit der Zeit begriffen, dass man sich mit so hohen Preisen für eine mobile Spielkonsole keine glücklichen Kunden macht. Derzeit läuft in Japan eine Geld-zurück-Aktion, bei der Käufer einer Vita 3G umgerechnet 19 EUR erstattet bekommen, wenn sie ein neues Spiel bis Ende März 2012 kaufen. Böse Zungen streuen sogar schon Gerüchte, dass der Vita die Entwickler davonlaufen.

Aber das hatte Sony bei der PS3 anfangs auch nicht interessiert und die Quittung für ihre Dekadenz haben sie ja auch bekommen: die Xbox 360 und die Wii sind mühelos am Hardware-Koloss vorbeigezogen. Da half auch das Argument als Blu-Ray-Player nichts, denn die Scheibchen waren in den Anfangszeiten ebenfalls mit ca. 30 EUR doppelt bis dreimal so teuer wie eine DVD. Und ich werde auch nicht müde an das Debakel des PS Jailbreak zu erinnern, weil Sony sich völlig panisch in die Hosen geschissen hat, dass jeder wie Geohot jetzt anfängt seine PS3 auseinander zu nehmen, um die Platine zu zappen, damit er raubkopierte Spiele zocken kann. Die Drogen will ich auch haben, die sie bei Sony nehmen (nicht). Dies führte letztlich zum Rausschmiss der Option Linux zu installieren, was die Aufmerksamkeit vieler Hacker auf Sony lenkte und ultimativ im großen PSN Hack resultierte nachdem Sony der Hackergemeinde weiter ans Bein pisste.

Hardware allein ist nicht alles, aber Sony war schon immer gut darin das getrost zu übersehen. Zwar kriegt jeder Technik-Nerd bestimmt einen Instant-Boner bei der doppelten Quadcore Action (CPU und GPU) und vorne und hinten gibt’s viel zu fummeln, aber das war’s dann auch schon gewesen. An sich ne witzige Analogie: das protzige Auftreten imponiert, man hat seinen kurzen Spaß, aber langfristig fehlen die Inhalte diese Romanze weiter auszubauen. Man kann sogar schon fast sagen es offenbart sich langsam Sonys “schlamperei”, wenn sie schon um mehr Geld für den kurzen Spaß betteln, als er es derzeit wert ist.

Ausblick

Bis jetzt sieht es so aus, als ob Sony mit der Vita noch ein altes Geschäftsmodell verfolgt, das in seiner jetzigen Form den Kassenschlager kategorisch ausschließt, oder wie ich es nenne “Failure by Design” bzw. “Failure by Management”. Es gibt kaum Titel, die einer breitgefächerten Masse gerecht werden und die Abwärtskompatibilität ist schwer herstellbar bis nutzlos. Namenhafte Titel wie das Final Fantasy X HD Remaster kommen erst später (und dann auch noch für Vita und PS3 zugleich, also wird notfalls dann auch zur PS3-Version gegriffen, sofern vorhanden). Auf diesem Wege wird Sony wahrscheinlich ein noch recht steiniger Weg bevorstehen, ehe die richtigen Spiele für den richtigen potentiellen Käufer erscheinen und der Kauf des Geräts selbst lohnt.

Sony hat sich in den letzten Jahren zwar viel von Nintendo abgeguckt, aber ich bin mir nicht sicher, ob es das Beste für Sony ist auch Nintendos schlechtes Einstiegsmarketing zu klauen… Aber macht ja nichts, Sony gibt sich Zeit und wenn die Kohle reicht (worüber ich mir bei Sony ja mal gar keine Sorgen mache) kommt nach nem halben bis ganzen Jahr eh nochmal ein Redesign raus. Vielleicht lohnt dann auch das Zuschlagen auf Basis des Software-Lineups.

Update

Ein Freund hat mich darauf aufmerksam gemacht, dass es doch schon Homebrew auf Vita-Hardware gibt. Läuft zwar mit ziemlich stotterndem Sound, aber whatever: HOMEBREW!





Megaupload und anderer Schabernack des Kim Schmitz

6 02 2012

Einer der größten Sharehoster der Welt ist weg vom Fenster. Megaupload wurde am 19. Januar 2012 vom FBI hochgenommen und die Betreiber in Neuseeland festgenommen und angeklagt. Den Betreibern wird vor allem vorgeworfen einen Schaden von $500 Mio. verursacht zu haben. Weiterhin wird ihnen vorgeworfen ihre Nutzer zu Urheberrechtsverletzungen verleitet zu haben, indem ein Prämien-System Uploader belohnt hat, deren Dateien oft heruntergeladen wurden. Das Hochladen von gefragten, urheberrechtlich geschützten Inhalten wurde von Megaupload also eher belohnt statt geahndet. Nebenbei verdienten sich die Betreiber mit den so hochgeladenen Dateien eine goldene Nase. Durch ihre “Geschäfte” mit Megaupload verdienten sie $175 Mio.

Verbindungen mit SOPA/PIPA

Über SOPA/PIPA wird, aufgrund der erfolgreichen Proteste, nicht mal mehr in diesem Jahr abgestimmt. Die Schließung von Megaupload mag zwar den Anschein erwecken, dass die Contentmafia hierbei im Stil von SOPA/PIPA Selbstjustiz geübt hat. Auch die Gegenüberstellung der $175 Mio. Gewinn, die mit Megaupload eingefahren wurden vs. die $500 Mio. Schaden, den die Contentmafia dadurch erlitten haben soll klingt überzogen. Das ist allerdings nebensächlich. Auch wenn die Contentmafia damals mit dem Takedown des Megaupload Videos von YouTube ihre rechtlichen Kompetenzen eindeutig überschritten hatte, der Gründer von Megaupload, Kim “Kimble” Schmitz, ist und war schon immer eine Attentionwhore und ein Gauner. Dass dabei ein Dienst zu Fall gebracht wurde, der von einigen durchaus für legale Zwecke genutzt wurde (z. B. Custom ROMs für Android), ist nun mal schlichtweg Pech.

Zwar ist der Sitz von Megaupload Ltd. in Hong Kong, viele der Server wurden allerdings in den USA betrieben, weswegen es dem FBI überhaupt erst möglich war an die Daten ranzukommen und der digitalen Hehlerei ein Ende zu setzen. Wenn das mal nicht der seltendämlichste Standort ist, den man sich aussuchen kann, wenn man sich schon so ein kriminelles Netzwerk hochziehen will, dann weiß ich auch nicht.

Nun, die Berichterstattung über Megauploads Schließung kann man auf heise, Golem, Winfuture, Torrentfreak, etc. pp. reinziehen (inkl. der teilweise hirnrissigen Kommentare, die jeglicher argumentativen Grundlage entbehren). Worauf ich mich hier eigentlich konzentrieren will ist die Person, die Megaupload ins Leben gerufen hat und warum er verdient hat, was er die ganze Zeit über herausgefordert hat.

Bauernschlau, nicht hochbegabt

Was sich mir bei dem ganzen Wirbel um die Schließung gänzlich entzieht, ist die Menge an Nachrufen, in denen es Kim “Kimble” Schmitz (alias Kim Dotcom alias Kim Tim Jim Vestor alias *weiterer Deckname hier*) angeblich vergönnt gewesen sein soll, mit seinem Konzept endlich erfolgreich zu sein.

An all diejenigen muss ich eine ernst gemeinte Frage stellen: Sagt mal, seid ihr noch ganz dicht?! Habt ihr mal recherchiert, wie viel Dreck die Made am Stecken hat? Wie viele Leute der schon für seine eigene Profitgier angeschissen hat? Ich habe mich im Zuge des Medienrummels mal näher mit der Person des Kim Schmitz befasst und ich kann euch eins sagen: ich hab mehrmals mit dem Brechreiz gekämpft. So einen Haufen kriminelle Energie, vermischt mit Arroganz, ekelhafter Selbstverliebtheit und Dummheit wie die Nacht finster ist, geschnürt in einem einzigen Paket habe ich bisher noch nie gesehen/gelesen! Kim Schmitz ist nicht der Robin Hood gegen die Contentmafia, für den ihr ihn haltet. Er war, ist und wird immer ein Gauner bleiben. Und bitte kommt mir nicht mit diesem Blödsinn von wegen Megabox (ein Musikdienst, der neben Megaupload in Planung war), welcher Musiker besser am Gewinn beteiligen sollte (90 %) als die üblichen Rechteverwerter der Contentmafia. Hier geht’s nicht drum, dass die das Muffensausen vor Megabox bekommen hat, sondern dass Kimble sich Geld schlicht und ergreifend schon immer ergaunert hat und dem endlich ein Ende gesetzt wurde.

Er stand auch ohnehin schon die ganze Zeit über mit einem Bein im Knast, hatte auch schon ein paar Mal U-Haft hinter sich und war mehrmals vor Gericht. Und ich rede dabei nicht vom “Kavaliersdelikt” Internet-Piraterie!

“Eine richtig linke Socke”

Kimble war eine niedere Existenz von Anfang bis Ende. Selbst ein Erzieher in einem Wohnheim für auffällige Jugendliche, in dem Schmitz zwei Jahre wohnte, kann seinen Vokabular rückblickend nicht zügeln:

“Ich habe nie wieder einen so asozialen Jugendlichen kennengelernt, er war eine richtig linke Socke.”

“Entschuldigen Sie die drastische Wortwahl, aber Kim hat sogar seine besten Kumpels angeschissen.”

Die ehemalige Schulleiterin seiner (Haupt-)Schule erinnert sich hingegen an einen “ausgesprochen an Technik interessierten jungen Mann”. Das trifft auch insofern auch zu, denn Kimble war laut eigener Aussagen als “Hacker” unterwegs und postete ständig seine verbale Diarrhö in den Mailinglisten des CCC und fuhr damit auch entsprechendes Echo der Abonnenten ein. Ein paar Ausschnitte (ich wusste nicht, ob ich beim Lesen lachen oder weinen soll):

Hier ist Kimble am Keyboard…..
sendet mir eure Meinungen, Fragen und Anregungen zum Thema:
Soll Kimble eine neue Religion gruenden und Gott werden?!

***

Fuer alle die es immer noch nicht begriffen haben, ich bin Kimble.
Ich mache aus armen, unbefriedigten, langweiligen Trittbretthackern…… reiche, befriedigte, interessante SUPER-HACKER.
Kauft mein neues Buch “How kann ich sein a very toll Hacker” oder, “Hack-Braten mit Kartoffeln”
Join DATA PROTECT now…. BUSINESS RULEZ…. feel free to call any time at:
—089-62400870— we want you + you want money = join DP.

***

Frohes Fest ihr Bazillen……
Wird Kimble auf den CCC Congress fahren oder nicht?
Wird Data Protect eine Aktiengesellschaft oder nicht?
Wird die naechste Titlegeschichte in Capital ne Kimble storry oder nicht?
Wird Kim Schmitz Bundeskanzler oder nicht?
Nunja…. who cares, aber eins ist sicher, KIMBLE rulez… ever has, ever will.
Und hier noch ein aufmuntender Psalm fuer meine Freunde im CCC:
“Alle pissen in die rinne,
nur nicht Andi, der liegt drinne”.
hiiiiiihihiihihihihihihihoohoooooohoho

Die volle Bandbreite dieses Shitstorms hab ich mal hier in voller Ausführung in meiner Dropbox abgelegt (der teil über Kimbles angeblichen D1 GSM-Hack “Rpt f. Kimble-Fans: CCC96: Rueckblick 1996 Teil 3″ ist auch recht interessant, weil er tief in dessen soziale Kompetenzen blicken lässt und die Aussage seines Wohnheimerziehers nochmal unterstreicht).

Soweit zu Kimbles “Sozialkompetenz” (wenn man bei dem Kerl überhaupt von so was sprechen kann). Nun zum interessanteren Teil, der die Pappnasen hoffentlich mal wachrüttelt, was für einem Vollspast sie eigentlich zujubeln.

Kimbles krumme Dinger

Kimble ist wie schon erwähnt kein unbeschriebenes Blatt und alle, die versuchen ihn in Schutz zu nehmen, weil ihnen jetzt Megaupload als wichtigster Dienst für ihre eigenen “Kavaliersdelikte” fehlt, sollten dringend ihre Wertvorstellungen und Prioritäten überdenken. Was sich der Knilch über Jahre hinweg geleistet hat kann man gut und gerne als organisierte Kriminalität bezeichnen.

Hacking von Firmenrechnern & deutschem Beamtenbund

Um 1992 rum machte Kimble mit seinem Freund aus der Hackerszene gemeinsame Sache, indem beide ihre Kenntnisse gewinnbringend einsetzen wollten.

Dazu drangen sie in die Rechennetze der Lufthansa und Telekom ein, um das Eindringen zu dokumentieren und einer anderen Firma, die ebenfalls von Bekannten der beiden gegründet wurde, zur Verfügung zu stellen, damit diese ihre Sicherungsanlagen leichter an die gehackten Firmen verkaufen konnte.

Kimble und sein Kumpane planten, sich in das norwegische Data-Pak-netz einzuwählen und mit Hilfe eines SCAN-Programms NUIs, eine Art PIN gegen unbefugten Zugriff, auszuspähen. Mit den geklauten Nummern verschafften sich die beiden Zugriff auf das Datex-P-Netz der deutschen Telekom. Dort klauten sie weitere Anschlussnummern von großen Firmen, drangen damit in deren Computeranlagen ein und dokumentierten dies wieder, um die erlangten Kenntnisse der zuvor genannten Firma zur Verfügung zu stellen, damit diese ihre Sicherungsgeräte leichter an die gehackten Firmen verkaufen konnte. Als Honorar für die “Beratertätigkeit” (Datenklau) bezog Kimble insgesamt 131.000 DM.

Kimble zog mit seinem Kumpel irgendwann nach München, um mit dem ergaunerten Geld dort ein Anwesen zu beziehen. Natürlich musste auch das Geld weiter fließen, also besorgten sich die beiden Calling-Card-Nummern von Kunden der US-Telefongesellschaft AT&T, um auf Kosten der unbeteiligten Kunden weiterhin NUIs aus dem norwegischen Data-Pak-Netz abgreifen zu können.

Sie hackten außerdem den deutschen Beamtenbund und entwendeten von dort Datensätze. Abgesehen davon, die Dokumentationen wieder der Firma in ihrer “beratenden Rolle” zu verkaufen, wollten sie außerdem im Focus Magazin durch eine brisante Berichterstattung Aufmerksamkeit erregen. Dadurch erhoffte man sich den Gewinn durch die öffentliche Meinungsbildung noch weiter zu steigern und gleichzeitig dem Beamtenbund zu schädigen.

Auch eine Firma aus Fürth fiel den beiden zum Opfer. Auch hier entwendeten sie Datensätze und wollten die Dokumentation wieder gewinnbringend veräußern, ob es dazu kam weiß man allerdings nicht.

Missbrauch von Calling-Cards

Kimble und sein Kollege bedienten sich um 1993 rum sog. Bulletin-Boards (BBS), um sich neben dem Austausch mit gleichgesinnten auch weiterhin ihren fragwürdigen Lebensstil zu finanzieren.

Auf ihren BBS “Hackreaktor” und “House of Coolness” (*snort lol*) vertrieben die beiden sog. Calling-Cards. Das sind normalerweise Karten, auf denen zwar kein Guthaben gespeichert ist, aber beim Telefondienstleister abgerechnet werden. Hier haben die beiden allerdings nur die Zugangsdaten der Calling-Cards dazu benutzt selbst kostenlos telefonieren zu können und nebenbei durch deren Verkauf an Dritte Geld rauszuschlagen.

Durch den Missbrauch der Nummern durch sie selbst und deren “Kunden” entstand den Telefongesellschaften AT&T und MCI ein ungefährer Schaden von $1.076.914,26.

Um den Gewinn noch zu steigern richtete Kimble sich in den Niederlanden eine eigene Telefon-Talk-Line ein und rief sich über die gestohlenen Calling-Card-Nummern über seine Talk-Line ständig selbst an. An den Gewinnen der Talk-Line wurde er beteiligt und erhielt umgerechnet 61.899,63 DM Gewinnbeteiligung für die Anrufe aus den USA über die Niederlande an sich selbst. Irgendwann hat AT&T aber spitz gekriegt, dass da jemand Schindluder treibt und hat die automatische Vermittlung einfach abgeschalten. Kimble hatte allerdings Kontakt zu jemandem, der ihm die Daten von Telefonnebenstellenanlagen gegen Bezahlung besorgte (5.000 DM). Somit konnten sie weiterhin ihre eigene Talk-Line “supporten” und verursachten darüber hinaus den Inhabern der Nebenstellen einen Schaden von insgesamt $193.173,19. Das gleiche Spiel wollte Kimble auch in Hong Kong bringen. Auch hier richtete er eine Talk-Line ein und verdiente daran umgerechnet 62.822,42 DM.

Die ganze Geschichte gibt es auch im Detail auf gulli.com in einem Nachruf an den verflossenen Rechtsanwalt Gravenreuth, der mit Kimble gemeinsame Sache gemacht hat. Kimble hat nämlich die Besucher seines BBS und Käufer der Calling-Cards eiskalt ans Messer geliefert! Und so einem soll der Ruhm gegönnt gewesen sein?

Kreditkartenmissbrauch

Kimbles Kumpel hatte zwischenzeitlich ein Programm entwickelt, mit dem er auf den Magnetstreifen von Kreditkarten die Nummern anderer VISA-Kunden aufcodieren konnte, um praktisch über unerschöpfliche Geldmittel zu verfügen.

Nachdem sich das Programm aber legal nicht verwerten lassen konnte suchte Kimble einen weiteren bekannten auf, der sich für ihn im “Untergrund” nach Verwertungsmöglichkeiten umschauen sollte.

Es fand sich ein Abnehmer für 4 Testkarten für 8.000 DM und Kimbles Bekannter war fortan als Kurier zuständig. Ehe die Karten gesperrt wurden, sind mit ihnen betrügerische Umsätze von 3.662,36 DM erzielt worden.

Da Kimble im März 1994 eingeknastet wurde kam es kurzzeitig zum Erliegen der illegalen Geschäfte. Nachdem er aber wieder gegen Kaution entlassen wurde nahm er die Geschäfte wegen Geldmangels wieder im großen Stil auf. Während das Geschäft blühte wurde Kimble und sein Kumpel allerdings erneut festgenommen.

Missbrauch von Titeln

Nachdem beide aus der U-Haft entlassen wurden nahmen sie keinen Kontakt mehr zueinander auf.

Da Kimble aber weiterhin finanziell angeschlagen blieb ließ er sich eine VISA-Karte ausstellen. Er gab sich dabei als Dr. Kim Schmitz aus, ohne tatsächlich zur Führung eines akademischen Grades befugt zu sein. Kimble wollte daneben auch in den Genuss höherer gesellschaftlicher Reputation kommen.

Außerdem gab er am Frankfurter Flughaben bei der Autovermietung Sixt an, er sei Manager bei Siemens und Mitglied des dortigen Vorstands und kenne die Frau des Firmeninhabers von Sixt. Daraufhin wurde ihm Anstandslos ein Benz S-Klasse zur Verfügung gestellt. Die Rechnung bezahlte er natürlich nicht und das Auto gab er auch nicht zurück. Der Wagen konnte aber gefunden und mit einem Zweitschlüssel wieder zurückgebracht werden. So hätte die Firma fast ein seinerzeit 95.000 DM teures Auto verloren. Die Zwangsvollstreckung brachte nur einen Teil der 6.776,97 DM Rechnung ein.

Insiderhandel

2002 fand sich Schmitz wegen Insiderhandels erneut in München vor Gericht. Er hatte Aktienanteile der kurz vor dem Bankrott stehenden Firma Letsbuyit.com für $375.000 angekauft. Daraufhin gab er eine Investition in Höhe von 50 Mio. Euro in besagte Firma bekannt. So viel Geld besaß Kimble allerdings gar nicht. Nichtsdestotrotz schoss der Kurs der Aktien um 300 % in die Höhe und Schmitz konnte die Aktien für $1,5 Mio. wieder verkaufen. Er hatte sich damit des Insiderhandels strafbar gemacht, weil er um die Angeschlagenheit der Firma wusste und dieses eigentlich firmeninterne Wissen nutze, um sich selbst zu bereichern.

Veruntreuung

2003 musste sich Schmitz erneut wegen Veruntreuung vor Gericht verantworten. Er hatte ein ungesichertes Darlehen in Höhe von 280.000 Euro von der Monkey AG bekommen, bei der er Aufsichtsratschef war. Dieses Geld pumpte er in seiner eigene Kimvestor AG. Bei der Höhe des Darlehens handelte es sich allerdings um gut 80 % des Kapitalstocks der Monkey AG. Beide Unternehmen gingen letzen Endes bankrott. Schmitz sei angeblich nicht klar gewesen, dass er dieses Darlehen nicht zurückzahlen könne und sei “geblendet” gewesen, weil “alle mit Geld um sich geschmissen haben”.

Kein Blumentopf

Es gibt über Kimbles Vergangenheit viel zu viel zu berichten, mehr als ich hier akkumulieren kann und möchte, da es einfach zu viel ist und ich dafür nicht bezahlt werde :P (allein die ganzen Quellen zu recherchieren, verifizieren und zusammenzufassen hat mich über eine Woche gebraucht). Wer daran Interesse hat und sich selber auf die Suche machen will, kann dies gerne tun, genug im Rampenlicht der Medien stand Kimble ja. Ich wollte ohnehin nur einen Einstieg in die Thematik bieten und ganz nebenbei mal ein paar Pfeifen desillusionieren, dass an Kim Schmitz nichts heldenhaftes dran ist.

Weblinks

Fefes Blog: FBI schaltet Megaupload ab
Fefes Blog: Kimbles Backstory
Megaupload – englische Wikipedia
Kim Schmitz – Wikipedia
Die stille Rückkehr des Dotcom-Phantoms – Focus Online
Kim Schmitz alias Kimble alias Dotcom alias Dr. Evil – Welt Online





Finaler Trailer zu Final Fantasy XIII-2

26 01 2012

Das Europa-Release von Final Fantasy XIII-2 rückt immer näher. In nächsten Freitag, dem 3. Februar 2012 geht die Fabula Nova Crystallis weiter. Passend dazu rückt Square Enix noch mit ein paar Details in der Famitsu raus.

Dass XIII-2 in Japan schon vor Weihnachten letztes Jahr herausgegeben wurde und das Release hierzulande auch bald ansteht, das Spiel also schon fertig ist, bedeutet für SE allerdings keineswegs jetzt nachzulassen. XIII-2 wird DLCs (Downloadable Contents, Zusatzinhalte aus dem Netz) bekommen, ein Versprechen, das beim Vorgänger nicht mehr eingelöst werden konnte. So werdet ihr über DLCs mit weiteren Missionen abseits des Haupthandlungsstrangs versorgt, aber auch geheime Storyelemente sollen darüber offengelegt werden.

Lightning wurde bereits als optionaler Boss im Kolosseum bestätigt. Besiegt ihr sie könnt ihr sie sogar mit ins Team aufnehmen. Nun wird gemunkelt, dass auch noch weitere Bosse aus klassischen FFs folgen könnten. Das wäre sicherlich cool, wurde von offizieller Seite allerdings noch nicht bestätigt.

Darüber hinaus ist nun auch der Name des Gold Saucer ähnlichen Kasinos bekannt: Serendipity. Dort kann man sich erneut an Chocobo-Rennen beteiligen, sich an verschiedenen Spielautomaten versuchen und mehr. Vorgestellt wird auch Kapitän Kryptics kniffliges Quiz, für das man sich als Informationssammler betätigen muss, um an weitere Boni zu gelangen.

Square Enix bemüht sich mit aller Kraft zu beweisen, dass Final Fantasy noch einiges zu bieten hat und nach meinem Test der Demo bin ich überaus zuversichtlich, dass sie das auch hinbekommen. Leider habe ich mit der Vorbestellung der Crystal Edition auf Amazon zu lange gewartet und jetzt ist das Ding restlos ausverkauft. Hoffentlich hattet ihr mehr Glück als ich!

Update: Um die Vorfreude noch ein wenig zu steigern hab ich euch ein Windows 7 Theme mit dem Cover der Final Fantasy XIII-2 Ultimania als Hintergrund geschustert. Hier das Bild alleine:

Klick mich!





Timeline: Facebooks Profil Overhaul für alle

26 01 2012

Facebook hat in seinem Blog angekündigt, dass die neue Version der Profile der Nutzer seit 24. Januar 2012 nun weltweit verfügbar ist und demnächst auch verbindlich für jeden Nutzer eingeführt wird. Eine Fallback-Funktion gibt es nicht.

Dieses “Zwangsupgrade” ruft wie immer die Heulsusen auf den Plan, die immer noch nicht gerafft haben, dass sie bei einem Dienst angemeldet sind, dem es scheißegal ist ob man sich an das Alte gewöhnt hat. Das ist aber nicht nur Facebooks Natur sondern auch generell die des Internets. Neues kommt, altes geht. Ich würde sogar so weit gehen, dass das die Natur aller Dinge ist, nichts bleibt für immer so wie es ist, die Welt ist durchgehend Änderungen unterworfen. Es ist absolut weltfremd zu glauben, dass in der schnelllebigen IT-Landschaft von heute alles für immer beim Alten bleibt. Die Welt bleibt eben nicht stehen. Ich persönlich glaube ja, dass das das übliche “Ich will aber nicht schon wieder was neues”-Bitching ist, das es jedes gottverdammte Mal gibt, wenn Facebook was neues einführt. In 1-2 Monaten redet davon keine alte Sau mehr. Oder war das mit dem Neudesign der Chat-Funktion etwa anders?

Und überhaupt: Was ist an Timeline denn so schlimm?

Soll ich jetzt Angst davor haben, dass jetzt jeder meine kompletten Facebook Posts fein säuberlich sortiert ab dem 15. April 2010 nachlesen kann? Oder ist das so schlimm, dass jetzt Geburt, die besuchten Schulen und Arbeitgeber prägnant dort aufgezählt werden? Wann ich mit wem eine Beziehung hatte? Das wissen meine Freunde eh und da mein Profil nicht auf öffentlich steht sieht es auch niemand außer meine Freunde. Darüber hinaus bin ich nicht so ein Irrer und hab auf Facebook 5 Mio Freunde. Ich nehme Leute auf die ich persönlich auch kenne, dann braucht man sich auch nicht davor in die Hosen zu machen, dass wer über wen lästert, weil man ja was peinliches gepostet hat.

Der ganze Tumult ist ein bisschen Fadenscheinig, denn man konnte auch schon vor der Timeline das komplette Profil durchforsten. Nur hat das da kein Schwein gemacht, weil das bedeuten würde bis ans Ende meiner Pinnwand zu Scrollen bis der Zeigefinger explodiert (oder eben der Finger mit dem ihr scrollt – schlaue Köpfe lassen die Ende-Taste gedrückt).

Unübersichtlich? Das glaube ich weniger, denn das alte 3-Spalten-Layout war irgendwann so dermaßen mit Scheiße zugemüllt, die nicht zu meinem Profil gehört hat, dass man das gar nicht näher anschauen wollte.

Auch die beliebte Foto-Banner-App mit der viele 5 Fotos zu einem Banner über ihrem Profil zusammengefasst haben ist jetzt nativ in Timeline eingeflossen, denn dort kann man ein anständiges Titelbild für sein Profil anbringen. Das war nichts weiter als ein logischer Schritt, denn wenn nicht so viele diese App benutzt hätten, dann wäre Facebook bestimmt nicht drauf gekommen das fest einzuarbeiten.

Es wurde sogar noch Funktionalität hinzugefügt! Ich kann jetzt nämlich nachträglich einen Post einbringen und ihn zurückdatieren (30. April 1988: Hab mir in die Windeln geschissen *lol*). Und was spricht dagegen die peinlichen Posts zu löschen? Ist ja nicht so, als wären wir bei Gollumbook “Meeeiiinnnnn Schaaaatz!” Facebook bietet jederzeit die Gelegenheit Profilposts zu löschen, also spräche auch nichts dagegen davon Gebrauch zu machen, wenn es einen Stört. Und die Privatsphäre-Einstellungen werden dadurch auch nicht zurückgesetzt – im Gegenteil: Ich hab eine Menge Posts gefunden, die dubioserweise auf “Nur ich” in der Sichtbarkeit gestellt waren, obwohl es total belanglose Posts waren.

Die kognitive Dissonanz ist nicht zu überbieten

Und an alle, die jetzt meinen Facebook wäre kackedreist und zwingt einem das neue Design auf: Nein, tun sie nicht! Um’s nochmal hervorzuheben: Ihr habt euch bei einem Dienst angemeldet der ständig neue Funktionen ohne User-Feedback oder -Konsens einbindet, das solltet ihr doch langsam nach den paar Jährchen geschnallt haben. Darüber hinaus haben sie klipp und klar gesagt, dass das neue Design kommen wird und als es da war hatte man ganze 7 Tage Zeit seine Timeline aufzupolieren und Posts speziell hervorzuheben oder zu entfernen, bevor sie live ging. Also erzählt mir nichts von Aufdrängen!

Versteht mich nicht falsch, ich nehm diese Datenkrake nicht in Schutz und versuche Facebooks Praktiken nicht zu rechtfertigen, ich wollte einfach nur mal meinen Senf zu diesem total hirnverbrennten Entrüstungswettrennen dazugeben. Denn es ist mal wieder nichts anderes, als eine miserable Ausrede sich über einen Dienst aufzuregen, von dem man sich aber trotzdem nicht trennt. Oder glaubt ihr echt, dass euch so viele auf Google+ folgen werden? Der Durchschnitts-FB’ler ist doch viel zu bequem, als dass er sich nach Alternativen umschaut. Und so bleibt das Problem bestehen: “Auf Google+ ist aber niemand den ich kenne!”

Tja, dumm gelaufen. Either you love it or you hate it.





In eigener Sache: R.I.P. Lucy

24 01 2012

Wir nehmen am heutigen Tage Abschied von einem langjährigen Familienmitglied.

Lucy hat uns viele Jahre Freude mit ihrer aufgeweckten Art bereitet. Ich erinnere mich noch, als wäre es gestern gewesen: Als wir sie aus dem Tierheim holten war sie so glücklich, dass sie jeden, der sie auf den Arm nahm, übers Gesicht schleckte. Meine Freundin aus Kindestagen begleitete uns.

Wir sahen Lucy mit anhaltender Begeisterung aufwachsen. Am meisten freute sie sich, wenn es “Gassi” hieß, da war sie kaum mehr zu halten. Sie brauchte nur die Leine oder das Leinengeschirr sehen und sie wusste, dass sie sich wieder ausgelassen am Wiesengrund austoben durfte. Auf dem Weg dorthin hatte es fast immer den Anschein, als ob sie mit einem Gassi geht, so sehr zog sie an der Leine. Wenn es dann auf’s offene Feld zuging, wusste sie genau, dass sie bald losgelassen wurde. Gebannt stand sie da, gespannt wartend auf das Klicken, wenn der Leinenhaken zuklippte. Das war für sie wie der Startschuss aus einer Pistole für den Marathonläufer. Und in der Tat, sie rannte als hätte sie nie etwas anderes getan im Leben.

Auch an Treue fehlte es ihr keineswegs. Sie wartete jeden Tag vor der Türschwelle auf die Heimkehrenden und wenn ich von der Arbeit heimkehrte würde sie ihren Kopf zwischen meine Oberschenkel halten worauf ich sie wild hinter beiden Ohren kraulen würde. Auch nahm sie ihre Aufgabe als Türklingelersatz sehr ernst. Sie ließ keine Gelegenheit aus von ihrem Sessel am Fenster aus alles anzubellen was sich bewegte. Doch wenn unbekannter Besuch erst mal hereinkam, wurde sie ganz schnell ganz leise, was jedes Mal unfreiwillig komisch rüberkam.

Doch als ich heute heimkam, da gab es keine Lucy mehr.

Vorbei die Tage des eigenen Begrüßungsrituals und vorbei die Zeiten, in denen wir dank ihrem schallenden Gebell nie mehr vor der Türklingel erschraken.

Meinen Eltern stand der schmerz ins Gesicht geschrieben. Und auch ich habe den Kampf gegen die Tränen beim Anfertigen des Gedenkvideos letztendlich verloren.

Ich konnte mich weder von ihr verabschieden noch ihr die letzte Ehre erweisen, bevor sie friedlich einschlafen würde und nie mehr Schmerzen leiden müsste…

In ewiger Erinnerung an unsere Hündin

Lucy
† 24.01.2012

Über 7 Jahre hast du uns deine Treue geschenkt
Nun heißt es Abschied nehmen, du hast uns viel zu früh verlassen





Final Fantasy XIII-2 Demo im Test

23 01 2012

Am 11. Januar 2012 erschien die Demo zu Final Fantasy XIII-2, ca. 1 Monat vor der Veröffentlichung des fertigen Spiels, auf Xbox Live und im PlayStation Network. Ich habe die Demo gespannt erwartet und möchte euch meine Erlebnisse schildern. Ich möchte darauf hinweisen, dass dieser Testbericht Spoiler enthalten kann. Wenn ihr die Demo noch nicht gespielt habt und gerne überrascht werdet, rate ich euch zuerst zum Controller zu greifen und die Demo salopp einfach mal durchzuspielen. Ich habe mir die Demo auf der Xbox 360 und PS3 reingezogen (wobei ich fast 3 Stunden jeweils investiert habe um die Demo gründlicher unter die Lupe zu nehmen) und muss sagen, dafür, dass die Demo doch recht kurz geraten ist, macht sie Lust auf mehr.

Ich weiß ich bin damit viel zu spät dran, der Artikel hing auch schon seit 2 Wochen in den Entwürfen, aber ich hab auch noch ein Leben, nen Job und ne Ausbildung zu meistern, also bin ich zu entschuldigen :P

Technisches

Der Download der Demo wiegt für beide Systeme erst mal unterschiedlich viel (PS3: 1,74 GB; Xbox 360: 1,29 GB), was allerdings keine Rückschlüsse auf die Qualität zulässt. Denn technisch gesehen sind beide Versionen gleichauf, sowohl die PS3- als auch die Xbox 360-Version des Spiels schmieren sich wie weiche Butter in HD über die Flimmerkiste; anders als beim Vorgänger, dessen Xbox 360 Port mit pixeligen 576p gerendert und auf 720p hochskaliert wurde, wohingegen die PS3 Version nativ auf 720p renderte. Ich kann die unterschiedliche Größe höchstens damit erklären, dass der Ton der PS3 Version unkomprimiert ist, wie es auch schon beim Vorgänger der Fall war.

Szenario

Die Demo startet das Spiel direkt in Kapitel 2. Nach einer kurzen Einleitungssequenz wird man direkt in seinen ersten Kampf verwickelt in dem man sich gleich das Tutorial zum Paradigmen-System reinziehen kann. “Alte Hasen” wie ich brauchen sich das aber kaum anzuschauen, da sich da eh nicht viel geändert hat. Während des Kampfs gegen Phantom Atlas, der von grooviger Musik untermalt wird, wird man auch gleich mit der “Cinematic Action” (in Fachkreisen auch QTEs – Quick Time Events – genannt) vertraut gemacht. Der Kampf ist schnell gewonnen und man findet sich in strömendem Regen in der Forschungsstation der Bresha Ruinen wieder.

An bestimmten Stellen wird der normale Spielablauf von in Echtzeit gerenderten Cutscenes unterbrochen, was es der Xbox 360 Version ermöglichte auf eine DVD zu passen

Hier gilt es zum echten Atlas vorzudringen. Auf dem Weg wird man noch ein paar Mal von seltsamen Paradoxa in seinem Erkundungsfluss gestört. Jedesmal, wenn in der oberen Ecke “Live” erscheint, spielt sich eine kleine Sequenz ab während man selbst weiterlaufen kann – oder auch nicht, wenn der Weg durch die Abläufe der “Live”-Action zerstört oder kurzzeitig blockiert wird.

Gameplay

Im Verlauf des Spiels kann man gar nicht anders, als den krassen Unterschied zum Vorgänger zu bemerken. Überall laufen Leute herum, man kann Gespräche belauschen, gekennzeichnete Leute auch direkt ansprechen und die Umgebung nach Items durchsuchen. Eine andere nette Neuerung ist die Interaktion der NPCs mit der Umwelt. Mein flatternder Begleiter Mog hat mich auf ein verstecktes Item hinter einem Wagen hingewiesen. Ich drücke also R1 (Xbox: RB) und Mog (a.k.a. “Ferkelkätzchen”) macht es für mich sichtbar. Plötzlich habe ich eine ganze Schaar Menschen um mich herum, die sich über den plötzlich aufgetauchten Item-Container wundern. Auch die Hauptcharaktere selbst agieren gewisserweise mit ihrer Umwelt. Während ich die grafischen Gimmicks genauer untersuche (Regenwasser das die Treppenstufen herunterläuft, Regen der am Bildschirm hängen bleibt) setzt sich Serah hinter mir auf einen stapel Kisten und wartet auf mich und in anderen Momenten hält sie ihre Hände zur Seite und fängt den Regen damit auf. Herzallerliebst.

Eine Quest in Final Fantasy XIII-2

Auf dem Weg zum echten Atlas bekommt man durch Gespräche mit den NPCs auch Sidequests. Damit löst Square Enix sein Versprechen ein, wieder vom Hauptpfad frei umherwandern zu dürfen und sich anderen Dingen zu widmen, wovon ich prompt Gebrauch gemacht habe. Gefunden habe ich jede Menge Items und Monster (zu den Kämpfen später mehr).

Für diejenigen, die von den zahllosen Datenlog-Einträgen und dem blinkenden Marker genervt waren, freut euch: Wenn ihr einen Datenlog-Eintrag außerhalb des Datenlogs angezeigt bekommt müsst ihr zumindest diese nicht mehr lesen.

Womit ich meine Kreis-Taste (Xbox: B-Taste) misshandelt habe, war das freie Springen (das aus XIII in der Testphase ja zuerst rausgeflogen ist). Aber wirklich was sinnvolleres als an markierten Stellen konnte ich dem ganzen letztendlich doch nicht abgewinnen.

Der Dialog-Trigger kann den Spielverlauf und Dialoge in verschiedene Wege leiten

Ein bisschen unterrepräsentiert fand ich allerdings die Dialog-Trigger und die Zeitspalten. Dialog-Trigger können die Dialoge im Spiel oder den Spielverlauf selbst beeinflussen – oder auch einfach gar nichts bewirken, weil Mogs Meinung für’n hohlen Zahn ist, wie ich amüsiert und ernüchternd zugleich feststellen musste.

Wie es scheint kann man in Final Fantasy XIII-2 immer und überall speichern. Leider funktioniert diese Funktion in der Demo nicht. Man wird zwar zu Beginn aufgefordert einen Spielstand anzulegen, in den an bestimmten Stellen automatisch gespeichert wird, aber dieser lässt sich auch nicht laden, nachdem man Atlas besiegt hat. Danach endet die Demo nämlich mit einem exklusiven Demo Trailer (der sich auf beiden Konsolen unterscheidet). Will man den Spielstand danach laden, frägt das Spiel, ob man den Spielstand überschreiben möchte, auch wenn offensichtlich ein Fortschritt besteht. Aber deswegen ist es ja auch nur eine Demo.

Kämpfe

Wie bereits erwähnt hat sich am Kampfsystem von Final Fantasy XIII-2 nicht viel getan. Es gibt aber dennoch Unterschiede, die die Kämpfe durchaus interessanter machen.

Zum einen gibt es, ich nenn sie mal, Pseudo-Random-Encounter. In zufälligen Intervallen tauchen urplötzlich Monster um einen herum auf, die Musik wechselt zu einer etwas “agressiveren” Variante und man kann sich entscheiden zu kämpfen oder sich aus dem Staub zu machen.

Greift ihr auftauchende Monster auf dem Feld an beginnt ihr den Kampf mit Boni

Sobald die Monster erscheinen bekommt man, wie ich zuvor schon berichtet habe, das Mogronometer (Mog Clock) zu sehen, welches von Grün zu Gelb und schließlich zu Rot wechselt (letzteres ist mir allerdings nie passiert). Mit X (Xbox: A) kann man den Gegnern auf dem Feld einen Hieb verpassen, wodurch sich das Mogronometer kurz komplett grün färbt. Trifft man den Gegner beginnt man den Kampf mit Buffs (in allen Fällen bei mir mit Hast) und einem Präventivschlag. Haut man daneben kehrt das Mogronometer zu seinem alten Zustand zurück.

Anders als beim Vorgänger wird im Falle eines Präventivangriffs aber nicht jeder Gegner bis kurz vor den Schock-Zustand gebracht, sondern nur einmal kurz draufgesemmelt und selbst dann nicht an die Schock-Grenze getrieben. Das ganze tut dem aber überaschenderweise keinen Abbruch und der Kampf kann trotzdem schnell vorbei sein, wenn man sich nicht wie ein Milchbrötchen auf LSD anstellt. Mir ist aber aufgefallen wie schwierig es hier sein kannt trotz günstigster Bedingungen eine 5-Sternebewertung zu bekommen ohne vorher stundenlang zu trainieren.

Apropos Sternebewertung: Erinnert ihr euch noch, wie die in XIII so ziemlich nichts bewirkt hat? Das ist hier anders! Nicht nur wird man mit einer alternativen Power-Fanfare belohnt sondern auch mit mehr und besseren Items. Diesmal ist es also durchaus erstrebenswert Leistung zu bringen. Auch Bosskämpfe werden gerne mit einer Cinematic Action abgeschlossen. Zwar entscheidet sie nicht über Sieg oder Niederlage, aber es liegt hier auch im eigenen Interesse diese zu schaffen, da es im Falle einer “Perfekten Cinematic Action” Bonus-Items gibt.

Ist die Empathieleiste gefüllt wird der "Limit-Break" eures dritten Mitstreiters verfügbar

Ebenfalls neu ist das Zähmen von Monstern, die dann im Kampf als dritter Mitstreiter eingesetzt werden können. Manchmal werden nach einem Kampf Kristalle mit dem Namen des gezähmten Monsters hinterlassen. In der Kampfbilanz werden diese dann blau hervorgehoben. Damit kann man das entsprechende Monster dann in sein Team einbauen. Jedes Monster hat eine festgelegte Rolle, die unveränderlich ist. Dafür kann man aber beim Bearbeiten der Paradigmen bis zu 3 Monster aussuchen. Wechselt man nun im Kampf das Paradigma wird das Monster ausgetauscht, falls im dritten Slot eine andere Rolle zum Einsatz kommt. Allerdings bleiben HP und Zustände gleich, was etwas unrealistisch daherkommt, aber man kann sich darauf einstellen, wenn man es weiß.

Beim "Limit-Break" eurer Monster-Mitstreiter müsst ihr schnell eine spezielle Tasten-Sequenz eingeben, um mehr Schaden rauszuholen

Jedes Monster hat außerdem seinen eigenen “Limit Break”. Während des Kampfes füllt sich ein “Empathie”-Balken und ist dieser voll kann man mit Quadrat (Xbox: X) den “Limit Break” durch eine Cinematic Action einsetzen. Ich habe das oft eingesetzt, wenn ich die Schock-Leiste eines Gegners schnell in die Höhe treiben wollte.

Neu ist außerdem der sogenannte “Blutschaden” und der ist nicht ohne. Viele Gegner können Blutschaden verursachen, der die max. HP senkt. Erleidet also zu viel Blutschaden und ihr steht plötzlich nur noch mit der Hälfte eurer HP da. Aber eins gleich vorweg: dieser Zustand ist nicht permanent. Gibt der Charakter den Löffel ab hat er bei Wiederbelebung mit einer Phönixfeder bspw. wieder volle max. HP und noch dazu die Buffs Protes und Vallum (=Shell für FF-Veteranen). Ein fairer Zug, wenn man bedenkt wie schnell wiederbelebte Charaktere in früheren Spielen immer genauso schnell wieder ins Jenseits zurückbefördert wurden.

Ach so, geht der Anführer zu Boden ist das Spiel übrigens nicht vorbei, aber wer meinen Blog verfolgt hat, wird das wohl schon wissen, ebenso, dass man den aktiven Charakter im Kampf nun wieder wechseln kann. Abwesend sind auch die Meta-Fähigkeiten (Analyse, Beben, Beschwören, etc). Möchte man einen Gegner analysieren muss man sich einem Analysator bedienen.

Spärobrett 2.5

Auch das Kristarium wurde einer Änderung unterzogen, die sich mir im ersten Moment eher entzogen hat. Anders als in XIII bewegt man sich hier immer im selben Muster. Pro freigeschaltetem Kristall steigt die Rolle ein Level auf (warum erklärt sich gleich). Hat man eine ganze Runde geschafft erreicht man die nächste Kristariumstufe, man kann sich eine Belohnung aussuchen (sowas wie einen zusätzlichen ATB-Balken, erhöhte Accessoire-Kapazität, verbesserte passive Rollen Gruppen-Boni oder eine komplett neue Rolle) und die Kosten pro Kristall erhöhen sich. Was ich auch nicht sofort kapiert hab war, wo die rollenspezifischen Kristarien sind. Einfache Antwort: die gibt’s nicht mehr. Alle Rollen teilen sich dasselbe Kristarium. Manch einer wird sich da denken: “Hä? Wie funktioniert das denn bitte?”

Steigt ihr im Kristarium eine Stufe auf könnt ihr euch einen Bonus aussuchen

An sich ganz gut und plausibel, wenn man’s kapiert hat, nur die Sache hat einen gewissen Haken. Nach jedem Kristariumlevelaufstieg erhöhen sich wie bereits erwähnt die Kosten für alle Kristalle. Zwar kann man einen Kristall mit einem Brecher freischalten und den darauffolgenden wieder mit einem Brecher oder Verheerer, Verteidiger, Heiler, usw. Aber wer jetzt an Alleskönner á la FFX denkt ist auf dem Holzweg. Denn alle Kristalle fordern dieselbe Zahl an Kristallpunkten, auch für Rollen, die 10 Level zurückliegen. Somit werden Alleskönner ziemlich schnell ziemlich teuer und man ist gezwungen sich seine Skillung gut zu überlegen. “Und woher weiß ich dann, was ich wie leveln soll?”

Das Kristarium wurde in XIII-2 ein paar kleinen Änderungen unterzogen

In der unteren rechten Ecke wird eine Übersicht angezeigt, welche Abilities in der Rolle, auf der man den Cursor hat, bald kommem. So benennt die Übersicht max. 4 Abilities, mit denen in naher Zukunft zu rechnen ist, eine davon mit explizitem Rollenlevel, den Rest mit “??”, aber dennoch mit Namen. Hat man die nächstliegende Ability gelernt rutscht die nächste nach und das benötigte Rollenlevel für die darauf folgende wird bekannt. Das hilft als kleine Orientierung, mit welcher Rolle man die nächsten Kristalle freischalten sollte, wenn man auf eine bestimmte Ability aus ist oder schnell die nächste lernen möchte.

Monsterzucht

Auch die Monster, die man zähmen kann, haben ihr eigenes Kristarium. Monster verdienen allerdings keine Kristallpunkte. Stattdessen werden Items benutzt, die man sich erkämpfen oder im Laden kaufen kann. Bei Monstern gilt dasselbe wie bei Serah und Noel. Ist eine Runde geschafft steigt das Kristariumlevel und man darf sich eine Belohnung aussuchen. Auch bei Monstern steigen die Kosten pro Kristall, je weiter man levelt. Mir ist es allerdings passiert, dass ein Monster mit einem schnell erreichten Level 20 ausgelernt hatte. Das ist aber auch nicht weiter tragisch, denn man kann andere Monster die man gezähmt hat opfern, um andere zu stärken. Somit steigen Werte nochmals an, passive Boni des geopferten Monsters werden mit denen des anderen kombiniert und Abilities können übernommen werden, die das Monster im Kristarium normal nicht lernt.

Was zwar nicht unbedingt was mit Zucht zu tun hat, aber ein niedliches Gimmick darstellt sind Monster-Dekors. Damit kann man den Style seiner Monster ein wenig pimpen. Wie muss das nur aussehen, wenn ich einem Behemoth später ein rosa Schleifchen anbinde? :D Aber nicht alles kann von jedem Monster getragen werden. Ob das auch Boni gibt? Das kann ich nicht sagen, es gibt nur 2 Dekors in der Demo und die haben nichts gemacht – außer vielleicht meine Monster unfreiwillig komisch aussehen zu lassen.

Paradigmen

Ihr könnt drei Monster als Mitstreiter in euer Team aufnehmen, um die dritte Stelle in euren Paradigmen zu besetzen

Wie bereits erwähnt bedient sich Final Fantasy XIII-2 ebenfalls wieder dem Paradigmen-System. Und auch hier wurde ein bisschen geschraubt und verfeinert. Den Paradigmenoptionen wurden weitere Einstellungsmöglichkeiten spendiert. So kann man nun festlegen, ob sich die Charaktere “normal” gemäß ihren Rollen verhalten sollen, ihre Angriffe gegen einen einzelnen Gegner “bündeln” (vornehmlich Solo-Zauber) oder “weiträumig” angreifen sollen (flächendeckende Zauber). Paradigmen, bei denen Angriffe vornehmlich gebündelt oder weiträumig sein sollen, haben den Zusatz “B” (für bündeln) respektive “W” (für weiträumig). Mir ist es schon passiert, dass ich mir dachte: “Hä? Noel, da sind mehrere Gegner auf einem Haufen, wieso benutzt du keinen Rundumschlag?” Bis ich drauf gekommen bin, dass das was mit den Modi für B und W zu tun haben muss.

Ausrüstung

Chocolina ist eure Hauptquelle für neue Items, Ausrüstungsgegenstände und Umbau eurer Waffen mittels Komponenten

In der Demo kann man genau zwei Waffen kaufen, was auch dringend gemacht werden sollte, wenn man ordentlich Schaden austeilen möchte. Denn man beginnt mit Waffen, die nur 4 Punkte physischen und magischen Schaden verursachen.

Anders als im Vorgänger kann man von Anfang an vier Accessoires ausrüsten. Allerdings gibt es da einen Haken. Accessoires verbrauchen eine bestimmte Anzahl an Kapazität, wie z. B. der Runenreif verbraucht 40 Punkte von den 50 die man am Anfang zur Verfügung hat, der Sternenanhänger übersteigt dieses Limit knapp mit 55 Punkten. Um mehr Accessoires ausrüsten zu können muss man sich bei einem Kristariumlevelaufstieg für eine Erweiterung dieser Kapazität entscheiden. Hab ich aber in meinen Testläufen auf beiden Konsolen nie gemacht und das hat mir auch nicht weiter weh getan – in der Vollversion könnte das aber nötig werden ;)

Abschließende Worte

Puh… das war ziemlich viel zu schreiben (und für euch sicherlich zu lesen). Wenn ihr bis hier unten durchgehalten habt freut es mich außerordentlich, dass ich euer Interesse wecken konnte und hoffe mein Review der Demo hat euch gefallen. Erwartet bei Erscheinen der Vollversion aber bitte nicht sofort Reviews, denn dann werd ich mir wohl erst mal Urlaub nehmen, meinen Tütensuppenvorrat wieder aufstocken und zocken bis zur totalen Verblödung XD





Das Internet hat gesprochen

22 01 2012

Die am 18. Januar 2012 stattgefundenen Internet-Proteste hatten eine durchaus prägnante Wirkung. Mittlerweile sind fast alle gegen SOPA/PIPA. Die Gegnerzahl ist von mageren 31 auf 122 gestiegen.

Dass die Stimmen aus dem Netz allerdings erst so laut werden konnten lag bestimmt auch daran, dass vielbesuchte Webangebote ihre Dienste teils komplett abgeschaltet haben (wie die englische Wikipedia) und Informationen bereitstellten, wie US-Bürger ihren politischen Vertreter kontaktieren können. Die Medien und soziale Netzwerke wurden von den entrüsteten Meldungen dominiert und dies zeigte, wie stark die Politik das Internet immer noch unterschätzt.

Mancher mag sich (immer noch) fragen, warum da keine Ruhe einkehrt? Warum soll ein Gesetz, das Piraterie (oder am Beispiel der in Deutschland umstrittenen Internetsperren: Kinderpornographie) verhindern soll nicht durchkommen? Das liegt einfach daran, dass die Politik keine Ahnung hat und sich den Lobbyisten beugen, weil sonst keine Kohle mehr fließt. Das heißt schlichtweg, dass hinter politischen Entscheidungen nicht das Wohl der Bevölkerung steht, sondern die Interessen von Medienkonzernen (“Contentmafia”), die sich schlichtweg in die Hosen scheißen, dass mit weniger Umsatz gerechnet werden muss, weil man sich neuen Technologien komplett verschließt und sie lieber bekämpft. Frei nach dem Motto: Was der Mensch nicht kennt, macht ihm Angst, ergo muss er es bekämpfen. Egal ob es dabei aber bisher um das Bekämpfen von Kinderpornographie im Netz geht oder um Anti-Piraterie, fast immer haben die Politiker Zensur im Kopf oder zumindest ein System, das eine Zensur-Infrastruktur begünstigt und daher den Verdacht nahelegt, dass diese Infrastruktur bald mehr macht als das, für was sie ursprünglich erdacht wurde.

Ein paar Beispiele, warum die Contentmafia gequirlte Kacke labert:

1982, Jack Valenti über VHS:

“We are now faced with a new and troubling assault on our fiscal security, on our very economic life and we are facing it for a thing called the video cassette recorder.”

“Wir sehen uns einem neuen und beunruhigendem Angriff auf unsere finanzwirtschaftliche Sicherheit, auf unser ökonomisches Leben gegenüber und dieser nennt sich Videokassettenrecorder.”

Wer in den 80ern bzw. 90ern geboten ist wird sich an die Videokassette noch gut erinnern. Sie war die erste Möglichkeit alles mögliche aufzunehmen und später wieder anzuschauen – und war dabei einigermaßen erschwinglich und simpel. Hätte die Videokassette damals einen ganzen Markt zerstört, gäbe es heute die Weiterentwicklungen DVD und Blu-Ray nicht, die der de facto Standard für Filme in den Ladenregalen sind. Also: Bullshit!

1982, ASCAP über Audiokasetten:

“When the manufacturers hand the public a license to record at home [...] not only will the songwriter tie a noose around his neck, not only will there be no more records to tape, but the innocent public will be made accessory to the destruction of four industries.”

“Wenn die Hersteller der Öffentlichkeit eine Lizenz in die Hand geben zuhause aufzunehmen [...] hängt sich nicht nur der Songschreiber eine Schlinge um den Hals und es gibt auch keine Platten mehr aufzunehmen, sondern die Öffentlichkeit wird ein Werkzeug dazu vier Industrien zu zerstören.”

Die Compact Cassette war analog zur Videokassette auch ein Grund der Musikindustrie sich die Hosen vollzuscheißen wegen nichts und wieder nichts. Anfang für Diktiergeräte gedacht wurde sie auch bald für Musikaufnahmen benutzt. Da viele davon begeistert waren Radiomitschnitte auf Kassette mitzuschneiden wurde von der Musikindustrie eine Kampagne gestartet: Home Taping is killing Music. Parodien zu dieser Kampagne machen weitere Ausführungen meinerseits, warum das Bullshit ist, total überflüssig: “Home Fucking Is Killing Prostitution.” So viel dazu…

1998, Hilary Rosen zum MP3-Player:

“Diamond’s product Rio was destined to undermine the creation of a legitimate digital distribution marketplace.”

“Diamonds Produkt Rio war dazu bestimmt die Erschaffung eines seriösen digitalen Marktplatzes zu untergraben.”

Wir erinnern uns: 1998 wurde das Internet zunehmend dazu genutzt Dateien zu tauschen. Um die Jahrtausendwende wurde es immer populärer auch Musik über dieses Medium zu tauschen. Die RIAA fürchtete mal wieder um ihre Umsätze und verhängte eine einstweilige Verfügung. Aber wenn man sich heute anschaut klingt es fast wahnwitzig, was die RIAA behauptet hat. Es gibt mehr als genug digitale Vertriebswege für Musik: iTunes, Amazon, MusicLoad, Last.fm, Spotify, Simfy. Und der Brainfuck daran kommt ja noch: der MP3-Player iPod hat das 2001 alles erst so richtig ins Rollen gebracht.

2002, Jamie Kellner zu Festplattenrecordern:

“It’s theft [...] Any time you skip a commercial or watch the button you’re actually stealing the programming.”

“Es ist Diebstahl [...] Jedesmal wenn Sie eine Werbesendung überspringen oder den Knopf anschauen [Anm.: hä???] stehlen Sie eigentlich das Programm.”

Dieser Wahnsinn ist mit HD+ der privaten Fernsehsender schon Realität geworden. Dem Fernsehzuschauer wird vom Sender vorgeschrieben, wie er fernzusehen hat. Aufgenommene Programme lassen sich nur über einen vom Sender festgelegten Zeitraum speichern (Verfallsdatum), Aufzeichnen komplett unterbinden, Werbung lässt sich nicht überspringen, eben alles was früher Gang und Gäbe war ist jetzt verboten aus Profitgier.

Die richtige Sauerei ist eigentlich, dass die Contentmafia versucht sich eine rechtliche Grundlage für ihre Profitgier zu schaffen. So könnte man SOPA/PIPA in einem Satz prägnant zusammen fassen. Da die Gegenstimmen aus Netz und Parlament allerdings so laut geworden sind ist in diesem Jahr nicht mehr mit Neuabstimmungen zu rechnen.





Ich geb dir meine Passwörter, du gibst mir deine

22 01 2012

Als ich das letzte Mal gehört habe, wie ein ehemals befreundetes Pärchen seine Passwörter austauscht, dachte ich noch das wäre ein Einzelfall. Doch da schein ich mich getäuscht zu haben.

Anscheinend stellt das Austauschen von Passwörtern unter Teenies eine gesteigerte Form des Vertrauensbeweises dar. Sollte dann mal der Fall eintreten, dass der andere Mist baut, aber keine Racheakte gestartet werden wird das gegenseitige Vertrauen damit bestätigt.

Ganz ehrlich? Ich hab noch keinen größeren Mist gehört! Nicht nur, dass es generell ein eklatantes Sicherheitsrisiko darstellt seine Passwörter überhaupt aus der Hand zu geben, es entzieht sich mir außerdem die Logik, dass das einen Vertrauensbeweis darstellen soll, wenn der andere in meinen persönlichen Konten rumschnüffeln darf. Für mich hört sich das eher nach Teenies an, die schon von den Medien so verblöded sind und glauben sie werden immer nur noch betrogen. Wenn ich meinem Partner nicht mal so viel Vertrauen entgegenbringen kann, dass er genau das nicht tut, dann brauch ich gar nicht erst mit sowas anfangen.

Denn was ist euch lieber: Dass ich einen Partner hab, dem ich blind vertrauen kann? Oder nen paranoiden Spasti, der mir auf Schritt und Tritt nachspioniert, um mich bei etwas zu erwischen, was er sich selbst zusammengeschustert hat? Da wundert mich echt gar nicht mehr, warum dem Privatfernsehen der Teenie-Herzschmerz nicht ausgeht, wenn das Beziehungen sein sollen heutzutage…





Das Internet auf Messers Schneide

18 01 2012

Am 18. Januar 2012 wurde im gesamten Netz gegen die Gesetzesentwürfe Stop Online Piracy Act und PROTECT IP Act protestiert, die das Internet in seiner Form, wie wir es kennen, bis zur unkenntlichkeit verkrüppeln könnte. Der Stop Online Piracy Act (SOPA) ist ein Gesetz, das – sollte es abgesegnet werden – dem Internet in seiner Offenheit und Freiheit Schaden von noch nicht abschätzbarem Ausmaß zufügen kann. Und ich rede dabei von einem Schaden der bei mindestens astronomisch beginnt!

Was ist SOPA/PIPA?

Der Stop Online Piracy Act (zu deutsch: Gesetz zur Verhinderung von Online-Piraterie, kurz SOPA) wurde am 26. Oktober 2011 im US-Repräsentantenhaus vom Abgeordneten Lamar S. Smith (Republikaner) eingebracht. Das Gesetz sieht vor, Urheberrechtsinhabern eine wirksame Möglichkeit einzuräumen, die unerlaubte Verbreitung von urheberrechtlich geschütztem Material im Internet zu verhindern. Im speziellen sind damit Seiten bzw. Dienste aus Übersee gemeint, die Urheberrechtsverletzungen (Copyright Infringement) hinnehmen, erleichtern oder aktiv betreiben.

Das Gesetz würde das US Justizministerium und jeweilige Rechteinhaber dazu ermächtigen gerichtliche Verfügungen gegen Webseiten außerhalb der USA zu erwirken, wenn der Verdacht auf Urheberrechtsverletzungen besteht. Je nach dem, wer der Antragsteller ist, können unter US-Recht stehende Internet Provider dazu verpflichtet werden, die betroffene Webseite auf ihren DNS-Servern zu sperren (DNS-Server sind sozusagen das Telefonbuch des Internets, damit ihr nur www.google.de eingeben müsst und nicht die IP-Adresse, um bei Google rauszukommen). Werbeagenturen und Zahlungsdienstleistern können sämtlicher Geschäftsbeziehungen mit der beschuldigten Webseite rechtswirksam untersagt werden. Überdies können auch Suchmaschinenbetreiber dazu verpflichtet werden Suchergebnisse zu filtern, sodass Links auf die beschuldigte Webseite nicht mehr auftauchen.

Streaming-Dienste würden ihrer Grundlage beraubt, da auch das unautorisierte Streaming von Musik unter Strafe gestellt würde, mit einer Höchststrafe von fünf Jahren Haft. Internet-Dienstleister genießen Immunität, wenn sie sich nachweislich für die Einhaltung des Gesetzes einsetzen und gegen andere Webseiten vorgehen, die Urheberrechtsverletzungen zulassen.

Der PROTECT IP Act ist im Endeffekt inhaltlich genau dasseble, nur dass die Formulierungen teilweise abweichen. Er stellt auch einen weiteren Versuch dar, den 2010 gescheiterten Combating Online Infringement and Counterfeits Act wieder einzubringen. Da sich die beiden Gesetze so überschneiden, werde ich SOPA für beide synonym gebrauchen.

“Ich lebe aber nicht in den USA!”

Das ist unerheblich. Mit SOPA bzw. PIPA können Rechteinhaber praktisch Richter spielen und das weltweit. Sie müssen einfach nur erwirken, dass eine Webseite aus dem DNS-Server eines Internet Providers rausfliegt und es gibt sie theoretisch nicht mehr. Die betroffene Webseite könnte dann dicht machen, da die Beweislast bei SOPA immer beim Webseitenbetreiber liegt, nicht beim vermeintlichen Rechteinhaber.

Die Befürworter des Gesetzes sehen in dem Entwurf ein gerechtfertigtes Mittel im Kampf gegen Urheberrechtsverletzungen. Es schütze geistiges Eigentum, Einkommen und Arbeitsplätze. Die Befürworter sind u. A. (komplette Liste hier):

  • Disney Publishing Worldwide, Inc.
  • EMI Music Publishing
  • ESPN
  • Marvel Entertainment, LLC
  • MasterCard Worldwide
  • Motion Picture Association of America
  • National Cable & Telecommunications Association
  • Sony/ATV Music Publishing
  • Sony Music Entertainment
  • Time Warner
  • Universal Music
  • Viacom
  • Entertainment Software Association (Nintendo, Microsoft Corporation, Electronic Arts, Sony Computer Entertainment, NVIDIA et al)

Die Gegner argumentieren, dass das Gesetz Nährboden für weitere Zensurinfrastrukturen bietet. Auch ihnen würde durch dieses Gesetz die Geschäftsgrundlage entzogen oder so stark erschwert werden, dass der Erhaltungsaufwand den Ertrag bei weitem übersteigt. Zu den Gegnern gehören u. A.:

  • Disqus
  • AOL
  • eBay
  • Facebook
  • foursquare
  • Google
  • GrooveShark
  • Kickstarter
  • Mozilla
  • PayPal
  • Wikipedia
  • Reddit
  • Square
  • The Huffington Post
  • Craigslist
  • LinkedIn
  • OpenDNS
  • Tumblr
  • Twitter
  • Yahoo
  • Zynga
  • Reporter ohne Grenzen
  • Kaspersky
  • Mojang (Minecraft)
  • WordPress
  • icanhazcheezburger

Auswirkungen

Da SOPA noch nicht verabschiedet worden ist, bauen etwaige Auswirkungen rein auf Spekulationen auf. Allerdings ist SOPA in etwa das, was in Deutschland die Netzsperren von “Zensursula” waren – nur krasser.

Hinter solchen Bemühungen steht meist nur ein Motiv: totale Kontrolle. Und niemand will eine Zensur-Diktatur wie in China. Das Internet konnte sich nur zu dem entwickeln, was es heute ist, weil es auf Freiheit und Offenheit aufbaut. Ist diese nicht gegeben hören Webseiten, die durch nutzergenerierte Inhalte angetrieben werden, auf zu existieren.

Am ersichtlichsten wird das ganze am Beispiel von YouTube: Den Durschnitts-YouTuber interessiert es einen feuchten Scheißdreck, ob das Video, das er hochlädt, die Rechte anderer verletzt. Und vor allem weil YouTube so bekannt ist tummeln sich dort abertausende User, die dasselbe tun. Für YouTube wäre es ein Aufwand der den Ertrag nicht rechtfertigt, jedes einzelne Video auf Urheberrechtsverletzungen hin zu prüfen. Auf der anderen Seite würden viele Videogenres verschwinden, die durch YouTube erst entstehen konnten: Let’s Plays. Natürlich betrifft das auch jede andere Form von Spielmitschnitten, da die Inhalte ja eigentlich der Spieleschmiede gehören (ihr erwerbt beim Kauf eines Spiels nur eine Nutzungslizenz, das Spiel gehört nach wie vor dem Hersteller).

Ein anderes Beispiel ist die Wikipedia: Da SOPA “Suchmaschinenbetreibern” vorschreibt Links auf externe Webseiten auf Urheberrechtsverstöße hin zu prüfen, würde auch hier das Verhältnis Aufwand – Ertrag völlig den Rahmen sprengen. In in praktisch allen Wikipedia-Artikeln werden Links referenziert, um die Inhalte mit Quellen zu belegen. Somit müsste die Online-Enzyklopädie viel mehr Manpower in das Kontrollieren fremder Seiten stecken, als Inhalte zu generieren oder die Artikel inhaltlich zu verbessern bzw. zu korrigieren. Und das nicht nur einmal, sondern fortlaufend, um zu gewährleisten, dass sie Urheberrechtsverletzungen nicht “erleichtert”. Die Wikipedia als freie Enzyklopädie wäre ernsthaft gefährdet und ich möchte mir ehrlichgesagt ein Internet ohne die Wikipedia nicht vorstellen.

Allgemein betrachtet wäre unter diesen beiden Aspekten das komplette Internet theoretisch über Nacht weg vom Fenster. Denn es ist für viele Webseitenbetreiber über kurz oder lang nicht tragbar so viel Zeit und Arbeitskraft in das Kontrollieren fremder Webinhalte zu stecken. Auch allgemeiner Informationsaustausch fände de facto nicht mehr statt. Am Beispiel meines Tutorials für das Rippen von DVDs könnte ich entweder den Blog sofort dicht machen oder schnell den entsprechenden Beitrag löschen. Dann müsste ich mich aber noch damit auseinandersetzen, ob ich nicht noch andere Artikel habe, die nicht in dieselbe Kategorie fallen. Nennt mich stinkfaul, aber ich hab besseres mit meiner Zeit anzufangen, als alle möglichen Seiten nochmal durchzuchecken, ob sie Urheberrechtsverletzungen begehen. Engstirnig betrachtet könnte jeder Eintrag zu Final Fantasy XIII-2 oder Versus XIII mit Bildern eine Urheberrechtsverletzung darstellen und es kommt wieder auf’s gleiche raus.

Ein Kommentar (Rant)

Früher konnten wir auf das Internet gut verzichten, es war nur ein Gimmick. Heute ist es fester Bestandteil unseres Lebensstandards. Und diesen Lebensstandard wollen uns die großen Medienkonzerne zerstören, weil sie ihren Status Quo bewahren wollen. Sie scheißen sich vor den neuen Medien in die Hose und wollen Innovation lieber aufhalten/zerstören/verkrüppeln als mir ihr zu gehen. Wer hat sich nicht schon mal ernsthaft gefragt, warum auf der DVD/Blu-Ray, die man ehrlich für Geld erstanden hat, ein Infoclip enthalten ist, der über die Schäden von Piraterie aufklärt? Ich hab euch gerade mein sauer verdientes Geld in den Arsch gestopft, jetzt lass mich den verdammten Film gucken! Das würde doch dann also heißen, weil ich den Film gekauft hab bin ich automatisch potentieller Raubkopierer? Anscheinend bin ich zu dumm, das zu verstehen, aber ich dachte immer Raubkopierer zahlen nicht für diesen Dünnschiss-Einheitsbrei, der im Volksmund auch gerne mal “Film” oder “Musik” genannt wird. Und wenn ich mir so die Unterstützerliste anschaue hätt ich Bock meine PS3 aus dem Fenster zu werfen und komplett auf Xbox umzusteigen, denn Anonymus hat bereits angekündigt Sony als Unterstützer von SOPA erneut zu hacken!

Und überhaupt: Schon das Gestümpe der Netzsperren aus Deutschland hat auf exakt dem selben Bein gehinkt. DNS-Sperren verhindern nicht, dass man die Webseite immer noch aufrufen kann, man muss dann halt nur die IP kennen. Es wird also in keinster Weise Piraterie gestoppt, nicht mal auf lange Zeit eingedämmt. Das ganze gleicht einer Farce. Selbst die Regelung, dass Werbedienstleister und Zahlungsdienstleister ins Geschäft gepfuscht werden darf grenzt an Wahnsinn. Gerade Werbeeinnahmen sind doch oft sehr hoch! Also nur damit ich das richtig verstehe: Es wird ein ganzer Wirtschaftssektor komplett verkrüppelt, der mit der Webseite der Piraterie vorgeworfen wird nicht das geringste zu tun hat, nur damit beiden dann der Geldhahn zugedreht werden kann? Das Ironische daran ist eigentlich, dass das Internet ein weitaus lukrativeres Geschäft darstellt als die Film- und Musikindustrie. Woraus man wieder mal schließen kann: wo nix is, kann auch nix werden. Die großen Medienkolosse haben schlichtweg jeden modernen Trend, eben hauptsächlich das Internet, verpennt und denken sich jetzt so eine Scheiße aus, um nicht wie die letzten Deppen dazustehen. Aber genau das tun sie ohne Unterlass.

Ich habe (noch) gute Hoffnungen, dass die Gesetze in letzter Instanz scheitern werden, denn die “Obama administration” hat ja bereits erklärt, dass sie gegen den Gesetzesentwurf ist. Auch die massenweise stattfindenden “Blackouts” vielbesuchter Seiten tun bestimmt ihren Teil dazu bei, dass die US-Bürger dazu aufgerufen werden ihren Vertretern zu schreiben und das Gesetz zu kippen.

Weblinks (auf Piraterie geprüft!)

A technical examination of SOPA and PROTECT IP
STOP SOPA!
Warum SOPA auch uns angeht
The Internet is on strike!
Interview mit Markus Beckedahl des Digitalen Gesellschaft e. V.
SOPA-Protest: Blackout gegen Zensur – heise.de
Deutsche sollen bei Westerwelle anrufen – Telepolis





Jahresrückblick und ein frohes neues Jahr!

1 01 2012

Wieder geht ein weiteres Jahr zu Ende. Und weil es nie genug Jahresrückblicke am Ende eines solchen geben kann, geh ich euch auch mal damit auf den Keks.

Ich bin für jede verirrte Seele, die sich zu meinem bescheidenen Blog durchklickt dankbar. Doch manchmal frage ich mich: Wie habt ihr mich gefunden? Nun, es verwundert mich ein wenig, dass die Suchstatistiken nicht von “Versus XIII” Anfragen dominiert werden. So wie Square Enix mit seinem vermutlich einzigen Hoffnungsträger – um mit Final Fantasy doch noch die Kurve kratzen zu können – umgeht, möchte man meinen, sie setzen alles daran ihn solange in der Versenkung verschwinden zu lassen, bis Final Fantasy XIII-2 die Scheiße wieder gerade gebogen hat, die der Vorgänger verzapft hat. Ob das klappt? Vielleicht. In Japan scheint das Konzept “Gebt den Fans was sie wollen” allerdings nicht ganz aufzugehen bzw. den Japanern stößt zu viel Entscheidungsfreiheit bei ihren RPGs generell sauer auf. Bleibt abzuwarten wie der Rest der Welt damit umgeht.

Apropos Final Fantasy XIII-2: Suchen nach diesem Spiel führten in diesem Jahr häufiger auf meinen Blog als ich gedacht hätte. Teilweise war ich sehr überrascht, nach was ihr sonst noch so gesucht habt und auf meinem Blog gelandet seid.

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WTF? Ihr interessiert euch für XIII-2 mehr als für Versus XIII? Ich muss wohl nicht bemerkt haben, dass ich dieses Jahr in die Twilight Zone gefallen bin. Anscheinend geht Square Enix’ Taktik auf und die Leute interessieren sich mehr für etwas, das in nächster Zeit erscheint, als für ein Spiel, für das noch nicht mal in 5 Jahren Entwicklungszeit ein Releasetermin bekanntgegeben wurde. Aber das zeigt mir, dass manche “Fans” doch noch über gesunden Menschenverstand verfügen.

Oh weh, der Kommentar wird mich wohl ein paar Stammleser kosten, wenn man von sowas bei meinem bescheidenen Blog überhaupt sprechen kann :P

Meine Artikel zu den kleinen zusätzlichen Versus XIII Info-Häppchen, den Zusammenfassungen der bis dato aktuellen Final Fantasy XIII-2 Infos und der noch nicht fertigen Luminous Engine haben am 21. September 2011 für den verkehrsreichsten Tag im Jahr gesorgt (89 Klicks)! Lustigerweise war aber der Dezember bisher der Monat mit den meisten Besuchen (1.002 Besuche). Bisher wurde mein Blog seit seiner Gründung (die übrigens im Januar dieses Jahres war) 6.591 Mal angeklickt. Es freut mich außerdem sehr, dass mein Blogname sogar schon direkt gesucht wird. Da muss ich schon fast davor zurückschrecken, ihm irgendwann einen anderen zu geben :P

Aber ich könnte meine Schreibarbeit gar nicht an den Mann/die Frau bringen, wenn es nicht gewisse Seiten gäbe, auf denen man meinen Blog überhaupt findet.

Über diese Seiten habt ihr meinen Blog gefunden

Da sich meine Artikel auf Facebook, Twitter und Messenger Connect automatisch veröffentlichen, kriegt ein bestimmter Personenkreis automatisch bescheid, wenn ich etwas neues poste. Auch dass mein alter Blog noch so viel Hits generiert hat mich ziemlich überrascht. Die Umzugsnotiz erfüllt ihren Zweck blendend! :D

Die Kollegen der CetraConnection tauchen hier ebenfalls gewissermaßen prominent auf und ich möchte euch auch nicht vorenthalten woran das liegt: ich beziehe mich in den meisten Artikeln auf die Beiträge dieser Communitysite, denn ich lege Wert darauf, dass meine Behauptungen auf Tatsachen beruhen und ihr euch nicht nur auf meine Aussagen allein verlassen müsst. Mir liegt viel daran, dass ihr nicht nur meine Meinung zu hören bekommt, sondern euch auch unabhängig von meinem Blog informieren könnt. Außerdem komm ich mir ohne Quellenangaben wie ein Dieb vor.

Um bösen Gerüchten gleich mal den Wind aus den Segeln zu nehmen: Natürlich könnte man an dieser Stelle behaupten ich benutze meinen Blog als Ausweich, weil die CetraConnection ihre Kommentar-Funktion wegen den Flamewars, die sich die Leser dort geliefert haben, deaktiviert hat. Andere böse Zungen mögen vielleicht sogar behaupten, ich greife von dort unterschwellig Klicks ab, weil sie die bekannteste Final Fantasy Fansite ist und Verlinkungen trotz deaktivierter Kommentar-Funktion dort als solche unter den Beiträgen auftauchen. Aber ich benutze meinen Blog auch dafür, meine Meinung kund zu tun und nehme dabei kein Blatt vor den Mund und genau deshalb hab ich auch mein Blog-Motto angepasst. Und wie ich schon ein paar Mal gehört habe kommt das anscheinend auch gut an. Freut mich! :D

Vielen Dank für die vielen Besuche und euer ungebremstes Interesse! Ihr seid mit einer der vielen Gründe, warum ich mich immer wieder dazu aufraffen kann hier etwas reinzuschreiben! Ich freue mich auch weiterhin auf eine neugierige Leserschaft und hoffe auf ein erfolgreiches Jahr 2012 bevor wir alle ins Gras beißen ;)

In diesem Sinne: ein frohes neues Jahr 2012 euch allen! Und bleibt mir ja gesund, der Weg in die Hölle ist mit guten Vorsätzen gepflastert ;)

Update 3:20 Uhr: Das Jahr fängt ja schon mal gut an: gerade hat mir WordPress eine Mail geschickt mit dem Titel “Dein Jahresrückblick 2011″. WOZU HAB ICH MICH IN DEN LETZTEN STUNDEN DANN NOCH ABGEHETZT SELBST EINEN ZU SCHREIBEN, WTF??? Immerhin kann ich mich damit trösten, dass meiner doch bissl ausführlicher ist (und mit schönen Tortendiagrammen XD)








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