Was ist eigentlich: Minecraft

Heutzutage gibt es viele Sandbox Games, doch keines hat ein vergleichbares kulturelles Phänomen ausgelöst wie Minecraft. Zahlreiche Spieler laden Videos auf YouTube hoch, in denen sie die USS Enterprise nachgebaut haben, ganze Dörfer und Städte erbaut haben, berühmte Songs mit Noteblocks aus dem Spiel nachklimpern oder Computer und Uhren nachbilden. Aber auch außerhalb der digitalen Grenzen zieht das Phänomen Minecraft weite Kreise. Zusammen mit berühmten Meme-Pics sind auch zahlreiche T-Shirts entstanden, mit denen man seine Hingabe zum Spiel am Körper tragen kann.

Die Geschichte hinter Minecraft

Am 13. Mai 2009 veröffentlichte der Indie Spieleentwickler Markus “Notch” Persson eine Vorschau, einen “tech test” seines Spiels, das er nur “Cave game” nannte, auf YouTube. Notch ist dafür bekannt, dass er schon viele Spiele auf Basis der LWJGL (Lightweight Java Game Library) geschrieben hatte. Andere Spiele von ihm findet man hier.

An der Grafik hat sich zwar seit “Cave Game” nicht soo viel getan, aber es wurden immer kleine Neuerungen schrittweise eingeführt. “If I ever get around to finishing it” schrieb er damals noch, doch ahnte er wohl nicht, was er soeben geschaffen hatte. Das wurde ihm auch später immer mehr klar.

“Ich erkannte, dass ein Spiel so einfach und doch so dynamisch, eine menge Potential hatte ein großartiges Spiel zu werden und mir fielen immer neue Dinge ein, die ich verändern und hinzufügen wollte.”

- Notch

Am 17. Mai 2009 (nach gerade mal 1 Woche Entwicklungszeit) wurde das Spiel im TIGSource Forum veröffentlicht. Dort erreichte es schnell eine größere Beliebtheit und verkaufte sich ein paar 100.000 Mal. Um die Zeit zum 11. Januar 2011, knapp einen Monat seit dem das Spiel die Beta-Phase erreicht hatte, setzten sich 1 Mio. verkaufte Einheiten um. Am 7. November 2011 wurde die Marke von 4 Mio. Stück geknackt. Zwischen dem 18. – 19. November 2011 wurde das Spiel auf seiner eigenen ersten MineCon als Vollversion veröffentlicht. Zwischen den verschiedenen Entwicklungsstadien wurde es anfangs für 9,95 EUR, in der Beta-Phase für 14,95 EUR und wird derzeit in der Vollversion für 19,95 EUR angeboten.

Anfangs als in Java programmiertes Spiel für PCs hat es Minecraft mittlerweile (als Alpha) auf Android Smartphones (besonders auf’s Sony Xperia Play) und Apple Geräte (iPhone, iPod, iPad) geschafft. Eine Version für die Xbox 360 wird für Q2 2012 angepeilt.

Das Spiel

Minecraft mag auf den ersten Blick für heutige Verhältnisse unglaublich primitiv aussehen, doch es ist viel tiefgehender, als ein erster Blick zulässt.

Eine zufällig generierte Landschaft in Minecraft

Erstellt man eine neue Spielwelt findet man sich anfangs in einer zufällig generierten Landschaft aus Blöcken wieder. Es gibt kein vordefiniertes Ziel, keine Anweisung was man tun soll. Als erste Einstiegshilfe blendet das Spiel den Hinweis ein, wie man sein Inventar öffnet. Schon hat man sein erstes Achievement. Die Achievements in Minecraft dienen aber weniger den sporadischen Ego-boosts, sondern sind darauf ausgerichtet, dass man angehalten ist mit seiner Umgebung zu experimentieren. Über das Hauptmenü kann man die verschiedenen Achievements einsehen und eine vage Beschreibung, was man tun muss, um sie zu bekommen. Manche müssen der Reihe nach freigeschalten werden. So lernt der Spieler gleichzeitig schrittweise die Grundlagen, um sich im Spiel zurechtzufinden.

Punching trees gives me wood

Als erstes braucht man Werkzeuge, um effizienter, schneller oder überhaupt an bestimmte Rohstoffe zur Weiterverarbeitung zu kommen. Diese kann man sich zu Anfang aus Holz erstellen. Also klopft man fröhlich auf dem ersten Baum rum, den man sieht und wenige Sekunden später hat man einen Block Holz in der Hand. Öffnet man das Inventar, kann man diesen Holzblock in das “Craftingfeld” legen und zu Brettern weiterverarbeiten, aus denen sich in dem 2×2 großen Raster eine Werkbank fertigen lässt. Mit einer Werkbank vergrößert sich der Platz, den man zum “craften” von Gegenständen zur Verfügung hat auf 3×3 und mehr “Rezepte” werden möglich. Auf der Werkbank kann man aus den “gecrafteten” Stöcken und Brettern sein erstes Werkzeug herstellen: Eine Spitzhacke, eine Schaufel und eine Axt aus Holz. Mit der Spitzhacke kann man nach Erzen im Erdreich graben und schneller durch Stein zerschlagen, die Schaufel buddelt schneller Erde, Sand und Kies um und mit der Axt lassen sich Bäume schneller fällen. Zusätzlich kann man sich auch ein Schwert craften, um sich gegen Monster in der Nacht oder im Untergrund zur Wehr setzen zu können.

Und so craftet man seine erste Spitzhacke

Mit seiner neuen Spitzhacke sollte man sich auf die Suche nach den ersten Erzen machen, wobei man höchstwahrscheinlich als erstes auf Kohle stoßen wird. Manchmal muss man auch erst Steinwände einreißen, bevor man auf erste Kohleadern stößt. Mit Kohle kann man z. B. Fackeln (Stock + Kohle) herstellen oder einen Ofen länger beheizen als mit Brettern. Mit dem nebenbei gewonnenem “Cobblestone” (Pflasterstein) den man aus der Wand geschlagen hat kann man Werkzeuge aus Stein machen, die länger halten und mit denen man schneller abbauen kann. Es gibt noch andere Materialien, die Werkzeuge langlebiger machen, darunter Eisen und Diamant. Werkzeuge aus Gold gibt es auch, jedoch sind wertvollere Rohstoffe tiefer unter der Erde versteckt und um einiges seltener, je wertvoller sie sind. Werkzeuge aus Gold halten auch nicht sehr lange, bauen aber im Gegenzug dafür noch schneller ab als Diamantwerkzeuge.

Skelette benutzen Pfeil & Bogen um euch anzugreifen

Auch gibt es einen Tag-Nacht-Zyklus in Minecraft. Tagsüber hat man wenig zu befürchten, doch nachts spawnen auf der ganzen Welt Monster. Zombies, Skelette, Spinnen und andere Kreaturen der Nacht trachten euch nach dem Leben und es gilt sich zu verteidigen. Wenn man das erste Mal spielt, ist es schlauer sich einen Unterschlupf in einen Berg zu graben und die Nacht dort auszusitzen, welche nur ca. 7 Minuten dauert. Bei Sonnenaufgang entzünden sich die meisten Monster bei Kontakt mit Tageslicht und sterben kurze Zeit später. Die einzigen Monster, die davon nicht betroffen sind, sind die berühmt-berüchtigten Creeper. Wem die Idee gefährlicher Nächte gänzlich zuwider ist, kann durch den Schwierigkeitsgrad “Peaceful” (Friedlich) Monster komplett deaktivieren und sich vollständig auf seine Buddeleien oder Bauprojekte konzentrieren, ohne befürchten zu müssen zu sterben oder zu verhungern.

Kein Karpfen, aber gebratener Fisch tut's auch

Auch Nahrung ist sehr wichtig. Man muss in Minecraft essen, um nicht zu verhungern. Möglichkeiten Nahrung zu beschaffen gibt es viele. Man kann Kühe, Schweine und Hühner töten um an ihr Fleisch zu kommen oder auch gewaltlos aus angebautem Getreide Brot, Kekse oder einen Kuchen herstellen. Aus Stöcken und Fäden lässt sich auch eine Angel craften mit der man auf Fischfang gehen kann. Jedoch sollte man sich nicht ausschließlich von Rohkost ernähren, da man sich sonst eine Lebensmittelvergiftung zuziehen kann und schneller wieder hungrig ist und die Gesundheitsregeneration hemmt. Sinkt die Hungeranzeige auf 0 beginnt langsam die Gesundheitsleiste abzunehmen. Man kann allerdings nur auf “Hard” (Schwer) wirklich den Hungertod sterben, auf “Easy” verliert man nur die Hälfte an Gesundheit und auf “Normal” bleibt einem gerade mal immer ein halbes Herz übrig. Ab einem gewissen “Hungergrad” ist es auch nicht mehr möglich zu rennen. Besonders bei längeren Untertageoperationen ist es immer von Vorteil ausreichend Nahrung einstecken zu haben. Denn es gibt nichts frustrierenderes als gerade mit einem Inventar wertvoller Erze im inneren der Erde rumzurennen, und wegen Hunger schon von einem Fliegenfurz sterben zu können und alles fallen zu lassen.

Der Nether, die "Unterwelt" in Minecraft

Der Nether ist zudem eine Art “Unterwelt” in Minecraft. Man erreicht sie, indem man ein Portal aus Obsidian baut. Um aber an Obsidian zu kommen braucht man mindestens eine Spitzhacke aus Diamant. Für beides muss man sehr tief ins Erdreich vordringen. Der Nether ist eine Lebensfeindliche Umgebung und nur gewagte Spieler sollten sich in ihn wagen (nicht zuletzt wegen der ganzen Lava in die man fallen kann, den Zombie Pigmen und Ghasts, die einen mit explodierenden oralen Exkrementen beschießen). In der Vollversion wurde zudem auch “Das Ende” eingefügt. Man erreicht es nur, indem man ein “Enderportal” baut. Das ist allerdings mit sehr viel Aufwand verbunden, da sehr seltene Materialien verwendet werden müssen, die man nur in versteckten Dungeons findet. Im “Ende” kann man gegen den gefürchteten Enderdrachen kämpfen, was einem auch ein Achievement einbringt. Ich war selbst noch nicht dort.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Das Spiel in vollem Umfang zu beschreiben ist fast unmöglich. Jedes Rezept zu beschreiben und wie es sich auf den Umgang mit der Spielwelt auswirkt ist um Längen zu umfangreich. Das Spiel an sich ist nach simplen Regeln strukturiert, jedoch sind die Möglichkeiten, die einem diese Einfachheit beschert schier endlos, das Lego-Prinzip funktioniert! Man ist auch nicht nur an den Einzelspielermodus gebunden, sondern man kann sich auch mit anderen auf Servern im Internet verbinden und zusammen herausragende Kunstwerke erschaffen. Würdet ihr euch also dafür entschließen mit mir zusammen spielen zu wollen, könnt ihr mit auf meinem eigenen Server spielen ;-)

Weblinks

Ein Gedanke zu “Was ist eigentlich: Minecraft

  1. Pingback: NölSch.de

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ photo

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s