OtherOS Sammelklage abgeschmettert

Tja, das war dann wohl nichts weiter als bitch, bitch, whine, whine wegen einem Feature, das sowieso keiner wirklich benutzt hat.

Der zuständige Richter Richard Seeborg entschied am 9. Dezember 2011, dass Sonys Handeln im Hinblick auf Kundenzufriedenheit und Loyalität zwar bestenfalls fragwürdig sei, die Klägerseite aber keine überzeugenden Argumente vorbringen konnte, weswegen Sony nun zur Verantwortung gezogen werden solle.

Mit dem Release der PS3 “slim” fehlte das OtherOS Feature ab Werk komplett. Personen, die aber die Linux-Kompatibilität auf dem System schätzten, wurden skeptisch und fingen an dem Wegfall auf den Grund zu gehen. Geohot, bekannt durch seine iPhone Jailbreaks, beteiligte sich ebenfalls daran die OtherOS Funktion zurückzuholen. Im Frühjahr 2010 hatte Sony die OtherOS Funktion schließlich über ein Firmware Update auch auf den Vorgängermodellen der PS3 entfernt, nachdem der Verdacht geäußert wurde, dass darüber Raubkopien von Spielen ermöglicht werden könnten. Dies entrüstete viele PS3-Besitzer und es wurden Sammelklagen angestrengt. In diesen wurde die Behauptung aufgestellt, dass Sony widerrechtlich mehr Geld eingefahren hat, indem eine zuvor beworbene Funktion nachträglich entfernt wurde. Doch wie sich herausstellte, war Sonys Sicherheitskonzept von Anfang an untauglich.

Für mich klingen die Argumente der Kläger zwar einleuchtend, aber der Vertrag, den man eingeht, ist lediglich ein Lizenzvertrag, der nur das Recht zur Nutzung einräumt – was bei Software eigentlich Gang und Gäbe ist. Das ist aber kein Kaufvertrag, den hat man mit dem Verkäufer im Laden abgeschlossen, nicht mit Sony. Sony hat nach wie vor alle Freiheiten die Software zu verändern, wie es ihnen passt.

Das lässt sich dann wohl am besten unter “Dumm gelaufen” einordnen. Man sollte beim Kaufen von Technik immer im Hinterkopf haben, wozu das Ding primär gedacht ist. Die PS3 wird als Spielkonsole und Videoplayer vermarktet. Die Hardware mag zwar fähig genug sein, sie auch als Computer tauglich zu machen (allerdings mit Performance jenseits von Gut und Böse, ich hab’s getestet, es war grauenvoll), aber das ist höchstens als Gimmick zu verstehen und sollte nicht zum Kauf der Konsole bewegen. Vielleicht hätte auch darauf hingewiesen werden sollen, dass dem Gastsystem von den acht Prozessor-Kernen nur einer zugänglich und der Grafikprozessor tabu war. Wenn ich einen Computer will, kauf ich einen gottverdammten Computer!

Und überhaupt: Sony hat bei dem Update auf der Konsole ausdrücklich darauf hingewiesen, dass installierte Gastsysteme nach einem Update nicht mehr lauffähig sein werden. Wenn man das, dumm wie man in einem solchen Moment nun mal sein kann, einfach gutgläubig abnickt, braucht man sich nachher nicht beschweren. Schließlich ist man dann damit einverstanden gewesen. Oder gab es schon mal Klagen gegen Microsoft, weil sie den Einstellungsdialog für das Standard MIDI Ausgabegerät ab Vista entfernt haben oder ab Windows 2000/XP DOS geditscht haben? So ein G’schmarri!

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