Schlagwort-Archive: In eigener Sache

Ich werde einen Löschantrag meines Facebook Accounts einreichen

Nein, das wird nicht eins dieser klischeebehafteten Posts, in denen zum Facebook Boykott aufgerufen wird, der dann eh im Sand verläuft, weil der durchschnittliche Facebook User an und für sich die Beständigkeit einer gebackenen Kartoffel besitzt. Ich mein das todernst!
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In eigener Sache: R.I.P. Lucy

Wir nehmen am heutigen Tage Abschied von einem langjährigen Familienmitglied.

Lucy hat uns viele Jahre Freude mit ihrer aufgeweckten Art bereitet. Ich erinnere mich noch, als wäre es gestern gewesen: Als wir sie aus dem Tierheim holten war sie so glücklich, dass sie jeden, der sie auf den Arm nahm, übers Gesicht schleckte. Meine Freundin aus Kindestagen begleitete uns.

Wir sahen Lucy mit anhaltender Begeisterung aufwachsen. Am meisten freute sie sich, wenn es “Gassi” hieß, da war sie kaum mehr zu halten. Sie brauchte nur die Leine oder das Leinengeschirr sehen und sie wusste, dass sie sich wieder ausgelassen am Wiesengrund austoben durfte. Auf dem Weg dorthin hatte es fast immer den Anschein, als ob sie mit einem Gassi geht, so sehr zog sie an der Leine. Wenn es dann auf’s offene Feld zuging, wusste sie genau, dass sie bald losgelassen wurde. Gebannt stand sie da, gespannt wartend auf das Klicken, wenn der Leinenhaken zuklippte. Das war für sie wie der Startschuss aus einer Pistole für den Marathonläufer. Und in der Tat, sie rannte als hätte sie nie etwas anderes getan im Leben.

Auch an Treue fehlte es ihr keineswegs. Sie wartete jeden Tag vor der Türschwelle auf die Heimkehrenden und wenn ich von der Arbeit heimkehrte würde sie ihren Kopf zwischen meine Oberschenkel halten worauf ich sie wild hinter beiden Ohren kraulen würde. Auch nahm sie ihre Aufgabe als Türklingelersatz sehr ernst. Sie ließ keine Gelegenheit aus von ihrem Sessel am Fenster aus alles anzubellen was sich bewegte. Doch wenn unbekannter Besuch erst mal hereinkam, wurde sie ganz schnell ganz leise, was jedes Mal unfreiwillig komisch rüberkam.

Doch als ich heute heimkam, da gab es keine Lucy mehr.

Vorbei die Tage des eigenen Begrüßungsrituals und vorbei die Zeiten, in denen wir dank ihrem schallenden Gebell nie mehr vor der Türklingel erschraken.

Meinen Eltern stand der schmerz ins Gesicht geschrieben. Und auch ich habe den Kampf gegen die Tränen beim Anfertigen des Gedenkvideos letztendlich verloren.

Ich konnte mich weder von ihr verabschieden noch ihr die letzte Ehre erweisen, bevor sie friedlich einschlafen würde und nie mehr Schmerzen leiden müsste…

In ewiger Erinnerung an unsere Hündin

Lucy
† 24.01.2012

Über 7 Jahre hast du uns deine Treue geschenkt
Nun heißt es Abschied nehmen, du hast uns viel zu früh verlassen

In eigener Sache: Liebeskummer

Ich möchte mich zuerst einmal für die lange Stille in meinem Blog entschuldigen. Zurzeit fehlt mir einfach die Zeit und die Motivation über vieles zu berichten, worüber ich eigentlich berichten wollen würde. In den letzten Einträgen zu “In eigener Sache” habe ich schon geschrieben, dass es bei mir ohnehin schon nicht gut aussieht und meine Zukunft sehr ungewiss aussieht. Wäre das im Beruf schon nicht genug gesellt sich jetzt auch noch die Liebe dazu.

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In eigener Sache: Diese Wie-du-mit-so-ich-dir-Mentalität kotzt mich langsam aber sicher an

Ich habe mich in letzter Zeit vermehrt Fällen gegenüber gesehen, in denen ich auf der zwischenmenschlichen Ebene zwar nicht so ganz auf die feine englische Art argumentiert habe, dennoch scheint es meinem Gegenüber dann als allgemein angemessen es mir gleich zu tun. Mal abgesehen davon, dass ein solches Verhalten absolut kindisch ist und rein gar nichts zur Lösung eines bestehenden Konflikts beiträgt, verhärtet es außerdem noch die Fronten und trägt eher zur Eskalation bei.

Mich würde mal ernsthaft interessieren woher diese Mentalität kommt und wer zum Teufel das so weiterverbreitet hat, als sei es in Ordnung? Denn das ist es eben genau nicht! Fehltritte eines anderen sind kein Freibrief um sich nach Lust und Laune selbst weitere, vielleicht sogar noch größere zu leisten.

Für mich stellt sich in solchen Situationen nur eins klar in den Raum: mein Gegenüber ist ein Anhänger der beschissenen Ellbogengesellschaft in der wir leben, in der es darum geht seine Stärke und Überlegenheit zu beweisen. Doch das Bild von Stärke und Überlegenheit, das diese Gesellschaft vermitteln will, ist für mich eher ein Trugbild, das mehr und mehr zu ihrem eigenen Zerfall beiträgt. Muss diese Stärke und Überlegenheit denn immer darin bestehen dem anderen nicht auch einen fairen Prozess zu gönnen, in dem auch er die Möglichkeit hat seine Argumente vorzubringen und begründen zu können? Muss immer gleich mit Beleidigungen, Kraftausdrücken oder sogar Gewalt geantwortet werden, wenn die eigenen Argumente unterliegen?

Ich für meinen Teil sehe meine Stärke und Überlegenheit viel mehr darin einzugestehen, wenn ich mich in eine Sackgasse argumentiert habe. Wenn mich jemand in einer offenen und ernstgemeinten Diskussion aussticht, dann sehe ich meine Niederlage ein.

Etwas völlig anderes ist es allerdings, wenn solche 0-8-15 Streithähne meinen sich mit ihren fadenscheinigen Tunnelblicken auch noch zu Rühmen und die eigenen Ansichten dabei als Null, nichtig und vollkommen fehlgeleitet hinzustellen – ja, sich vielleicht sogar noch anzumaßen den salzbedeckten Finger samt Zitrone auf die Wunde zu drücken. Das ist eine Grenze die niemend überschreiten sollte, denn sonst wird es eklig.

Man sagt doch auch gerne mal: “Auf dieses Niveau möchte ich mich nicht herablassen.” Ach?

Anscheinend aber schon, wenn man sich durch die Fehltritte eines anderen dazu bemächtigt fühlt diese sogar noch zu toppen (ironischerweise aber das Niveau der Diskussion dadurch beständig weiter absinken zu lassen). Alles endet dann nur noch darin, dass man dem anderen die Worte im Mund herumdreht und kleinlich die Argumente des anderen zerpflückt, um seine eigenen argumentativen Fehltritte zu rechtfertigen oder besser darzustellen als sie eigentlich sind.

Nun ist mir durchaus bewusst, dass man gegen Hitzköpfe nichts machen kann, wenn sie erst mal in Fahrt sind, außer sich taktisch aus der Diskussion zurückzuziehen, sobald man merkt, dass man nur noch aneinander vorbeiredet und ein Machtkampf entsteht. Denn Sinn eines Streits ist ja eigentlich einen Konflikt aus der Welt zu schaffen, indem Kompromisse geschaffen werden. Nun ist es aber heutzutage wohl auch so, dass der eigenen Überlegenheit weitaus mehr Priorität eingeräumt wird, als dem friedvollen Beilegen einer Meinungsverschiedenheit. Auch scheint der Sinn des Wortes “Streit” immer mehr so verstanden zu werden, dass man sich während eines solchen mit wüsten Beschimpfungen bewerfen muss – muss man aber nicht, das geht auch friedvoller.

Meinungen sind nun einmal unterschiedlich und wenn man nicht übereinstimmt, gilt es einen Konsens – einen Mittelweg – zu finden auf den man sich gemeinsam einigen kann. Ich weiß selbst, auf was für dünnes Eis man sich mit einem solchen Unterfangen begeben kann und meist ist selbst mir die Gefahr einzubrechen zu groß und lasse dem anderen seine Meinung – egal für wie bescheuert ich sie halten mag. Denn mir ist nicht danach ein stures Kind zu bekehren, das sich nicht bekehren lassen will, weil es nicht über den eigenen Tellerrand hinausblicken kann.

Abschließen möchte ich dieses sozialpsychologische Ranting mit einem Zitat:

“Nichts ist häufiger, als dass am Ende eines Streits beide Gegner um die Wette Unsinn reden.”

– Ferdinando Galiani, Dialoge