Sandkasten für’s Wohnzimmer, macht Teppich nicht dreckig

Minecraft hat es nun also nach langer Wartezeit doch endlich auf die Xbox 360 geschafft und feiert seine Erfolgsgeschichte dort munter weiter. Alleine innerhalb 1 Stunde wurde die Profitgrenze erreicht, nach den ersten 24 Stunden brach der Arcade-Titel bereits mit über 400.000 Downloads alle Rekorde und hat den bisher unangefochtenen Motorrad Parcours Platzhirsch “Trials Evolution” (120.000 Downloads in 24 Stunden) mit Leichtigkeit vom Thron gestoßen. Mittlerweile sind schon über 1 Mio Downloads erfolgt. Die Xbox 360 Edition von Minecraft ist  für 1600 MS Points (ca. 20 EUR) über Xbox Live Arcade zu haben.

Unterschiede zur PC Version

Nun darf man allerdings nicht die 1:1 Umsetzung der PC Version erwarten. Laut der Minecraft Wiki bezieht die Minecraft Xbox 360 Edition ihre Codebasis aus der PC Beta 1.6.6 – soll aber mit zukünftigen kostenlosen Updates mit der PC Version auf selbe Augenhöhe kommen. Ebenso ist das Spielen im Internet bisher nur auf Microsofts Xbox Live Dienst beschränkt, was aber auch keinen Dauerzustand darstellen soll.

Interessanter sind hingegen die Features, die sich die schottischen Entwickler von 4J Studios speziell für die Xbox 360 Edition einfallen haben lassen.

Zum einen gibt es – sofern das Spiel in HD ausgeführt wird – lokalen Multiplayer im Splitscreen für bis zu 4 Spieler. Online Multiplayer verdoppelt das Ganze auf bis zu 8 Spieler.

Es gibt eine rudimentäre Kinect-Unterstützung, auch wenn diese ungeplant war.

Für Frischlinge, die zuvor mit Minecraft nie in Berührung kamen, gibt es ein spezielles Tutorial Level, das Schritt für Schritt in die Spielmechanik einführt. Außerdem werden mit Einblendungen Tipps zu gerade angeschauten Blöcken und Items gegeben.

Gefrickel beim Crafting, das mit einem Controller doch um einiges langsamer zu bewerkstelligen wäre, wurde mit einem angepassten Crafting-Interface begegnet, bei dem man das Item auswählt, dass man craften will und das Spiel die Anordnung übernimmt. Zugegebenermaßen nimmt das den Entdeckerspaß heraus, ist aber angesichts der Steuerung zweckmäßiger und man kann sich mehr dem eigentlichen Gameplay widmen.

Zu den Abstrichen, die man im Vergleich mit der PC Version bis jetzt noch in Kauf nehmen muss zählt das Fehlen des Creative-Modus, in dem man fliegen und unbegrenzt Blöcke platzieren kann. Eigene Spielerskins, Mods und Texturpacks fehlen ebenfalls noch, sollen aber nachgereicht werden. Auch einige Items, die es in der Beta zu diesem Zeitpunkt noch nicht gab, wurden nicht mit aufgenommen, dürften mit Updates allerdings nachgereicht werden. Das generieren von Strukturen wie z. B. Dörfer, Dungeons, Ruinen, etc. fehlt wegen der veralteten Codebase ebenfalls. Da Rennen auch erst mit einer späteren Version der Beta implementiert wurde, fehlt diese Funktion auch hier noch. Zudem ist die Größe der Welten auf eine Fläche von 1024 x 1024 Blöcke beschränkt – wahrscheinlich um den geringeren Ressourcen auf Spielekonsolen gerecht zu bleiben – was allerdings auch nur vorübergehend sein und mit zukünftigen Updates aus der Welt geschafft werden könnte (Zur Erinnerung: für ein flüssiges Spielen der PC Version von Minecraft empfiehlt Mojang mindestens 2 GB RAM. Die Xbox 360 hat, da sie ja lediglich zum Spielen gedacht und kein vollwertiger Computer ist, nur 512 MB RAM).

Fazit

Wer eine 1:1 Umsetzung der PC Version erwartet hat, wird mit großer Wahrscheinlichkeit enttäuscht werden. Dass sich mit Updates allerdings an die PC Version angenähert wird dürfte dies auf lange Sicht allerdings wett machen, wie schnell 4J Studios dabei zu Werke geht, steht noch auf einem anderen Blatt. Es ist auf jeden Fall erfreulich zu sehen, dass sich das Klötzchen-Baukasten-Prinzip auf dem Sofa genauso erfolgreich umsetzen lässt wie seinerzeit am PC. Die Xbox 360 als Plattform dürfte insofern auch keine schlechte Wahl gewesen sein, macht es doch das gemeinsame Spielen um einiges einfacher als am PC – bei dem man entweder einen Server anmieten oder selbst (Know-how vorausgesetzt) hosten kann. Auch der lokale Multiplayer lädt zum gemeinsamen Spielen ein.

6 Gedanken zu “Sandkasten für’s Wohnzimmer, macht Teppich nicht dreckig

    1. Es ist im Vergleich zur PC-Version schon krass klein, aber ich denke das renkt sich mit kommenden Updates auch ein. Aber ich denk mal auch, dass Einsteiger von ner zu großen Map nicht abgeschreckt werden können, die vorher noch nie was mit Minecraft zu tun hatten.

      Und sie haben die PC Version deswegen ja nicht eingestampft, auf die kann man im Zweifelsfall immer noch ausweichen. Aber man sieht ja auch, dass es für gute Publicity auf jeden Fall taugt ;)

      1. allerdings können die Updates wohl auch nichts an der Hardware ändern. Mal schauen, bislang hab ich weder PC noch 360 Fassung gespielt.

      2. Ich würde es mir erst mal anschauen, bevor ich mir ne Meinung mach. Ich hab beides und ich muss sagen, dass einem die “winzige” Welt gar nicht auffällt, wenn man so am “rumcraften” ist. Dass die Updates an der Hardware nicht ändern können ist soweit richtig, allerdings lädt auch die PC Version nicht die Komplette Welt in den RAM. Teile werden je nach bedarf von und auf die Platte geschrieben, das ist für die Xbox Version sicherlich auch nicht das Problem.

      3. ich hab halt bisher von Minecraft Suchtis nur gehört, dass diese “kleine” Welt eben wirklich eine große Spaßbremse ist und afaik lebt das Spiel ja unter anderem von dieser “unendlichen” Welt.

      4. Das ist alles immer ‘n bisschen subjektiv.

        Und nein, Minecraft stützt sich nicht auf “endlose” Maps sondern auf das Sandkasten-Spielprinzip (oder Lego-Vergleich). Du kannst bauen auf was immer du Lust hast und dir werden dazu vom Spiel sehr viele Möglichkeiten eingeräumt dein von dir selbst gestecktes Spielziel zu erreichen. Wenn das allerdings nur daraus besteht an die hintersten Ecken der Map zu latschen, um aufzuzeigen, dass es noch Unzulänglichkeiten gibt, die nicht schon von [hier beliebiges online Games-Magazin einfügen] beschrieben wurden, hat man das Spielprinzip offensichtlich verfehlt.

        Wenn sich die “Suchtis” von der 1024 x 1024 Blöcken großen Map eingeschränkt fühlen dann haben sie ja wohl höchstwahrscheinlich noch die PC Version, auf die sie zurückgreifen können. Ich bin der Meinung man sollte sich nicht so auf die Unzulänglichkeiten versteifen. Sogar die Tipps während der Loading Screens sagen hin und wieder “Achte bitte nicht zu sehr auf die Bugs”. Immerhin nehmen sie’s mit Witz und Updates sollen schließlich folgen.

        Ich hatte jedenfalls keine Platzprobleme.

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